Riad, Saudi-Arabien – In einer strategischen Partnerschaft mit Golf Saudi, einer Tochtergesellschaft des staatlichen Public Investment Fund (PIF), hat die US-amerikanische Indoor-Golf-Marke Five Iron Golf kürzlich ihren ersten Standort in Saudi-Arabien eröffnet. Das Golfcenter befindet sich im Erdgeschoss des PIF Tower – dem Hauptsitz des Staatsfonds und gleichzeitig dem höchsten Gebäude Riads.

Das Konzept des Standorts entspricht dem der internationalen Five Iron Golf-Standorte: Hochmoderne Golfsimulatoren, organisierte Ligen, Trainingskurse sowie ein gastronomisches Angebot und Live-Musik prägen das Angebot. Jared Solomon, Mitgründer und CEO von Five Iron Golf, betont:

„Die Gäste schlagen Bälle, haben Spaß, essen und genießen die Atmosphäre – nur ohne Alkohol. Es geht um Unterhaltung und Gemeinschaft.“

Five Iron Golf startete 2017 in New York und ist seitdem auf über 40 Standorte in den USA gewachsen. Internationale Expansionen erfolgten bisher durch Franchise-Partnerschaften, etwa in Singapur, Dubai, Spanien und Portugal. Der Standort in Riad wurde ebenfalls im Rahmen eines Franchise-Modells mit Golf Saudi realisiert. Solomon nennt typische Gebührenstrukturen für solche Verträge: zwischen 50.000 und 100.000 US-Dollar pro Standort sowie eine Umsatzbeteiligung von rund sechs Prozent. Langfristig plant das Unternehmen, weitere Standorte in Saudi-Arabien zu eröffnen.

Doch der Launch von Five Iron Golf ist nicht die einzige Golf-Nachricht aus der Region in diesem Frühjahr. Vielmehr sorgte eine überraschende Ankündigung des PIF für Aufsehen: Der Staatsfonds wird die Finanzierung der umstrittenen LIV Golf Tour einstellen. Seit ihrem Start 2022 hatte der PIF über fünf Milliarden US-Dollar in die Tour investiert, die durch hohe Preisgelder und die Abwerbung von Top-Spielern wie Phil Mickelson und Brooks Koepka für massive Kontroversen sorgte.

In einer offiziellen Stellungnahme begründete der PIF den Rückzug mit einer Anpassung der Investitionsstrategie angesichts veränderter makroökonomischer Rahmenbedingungen. Eine detaillierte Begründung blieb der Fonds schuldig. Die Entscheidung markiert einen Wendepunkt für die Golfwelt, die seit dem Aufstieg von LIV Golf tief gespalten war – insbesondere durch den Konflikt mit der traditionsreichen PGA Tour, die Spieler für die Teilnahme an LIV Golf sperrte.

Der Rückzug aus LIV Golf wirft jedoch auch Fragen zur zukünftigen Ausrichtung des PIF auf. Der Fonds, geleitet von Kronprinz Mohammed bin Salman, hat in den letzten Jahren massiv in globale Technologieunternehmen (u. a. Uber und Magic Leap) sowie über den SoftBank Vision Fund investiert. Zudem steht ein Einstieg in das fusionierte Medienunternehmen Paramount-Warner Bros. Discovery bevor. Die Investitionen des PIF sind Teil der ehrgeizigen Vision 2030, mit der Saudi-Arabien seine Wirtschaft diversifizieren und das Image des Landes international aufwerten will.

Neben Golf setzt das Königreich auf weitere Großprojekte wie die Ausrichtung der FIFA-WM 2034 und einer Weltausstellung im Jahr 2030. Zudem bleibt der PIF Mehrheitseigentümer des englischen Fußballclubs Newcastle United und unterstreicht damit seine Ambitionen, sich als globaler Akteur in Sport und Unterhaltung zu etablieren. Diese Investitionen dienen nicht nur wirtschaftlichen Zielen, sondern sollen auch das internationale Ansehen Saudi-Arabiens verbessern – trotz anhaltender Kritik an Menschenrechtsverletzungen und Einschränkungen der Frauenrechte.