Der US-Medienunternehmer Byron Allen hat einen Deal zur Übernahme der Mehrheit an BuzzFeed bekannt gegeben. Damit wird er zum neuen CEO und Vorstandsvorsitzenden des angeschlagenen Digitalverlags. Die Transaktion sichert BuzzFeed das Überleben und beendet die drohende Insolvenz.

BuzzFeed in der Krise: Warum die Übernahme notwendig war

BuzzFeed steckte in einer tiefen Krise. Die Aktie des Unternehmens notierte unter einem Dollar, und die Börse Nasdaq hatte das Unternehmen bereits zweimal wegen zu niedriger Kurse abgestraft. 2023 führte BuzzFeed einen Aktiensplit durch, um den Kurs zu stabilisieren – ohne nachhaltigen Erfolg.

Die finanzielle Situation verschärfte sich durch hohe Schulden und sinkende Einnahmen. Ohne einen Käufer hätte BuzzFeed wahrscheinlich Insolvenz anmelden müssen. Die Übernahme durch Allen verhindert dies und gibt dem Unternehmen eine neue Perspektive.

Die Bedingungen der Übernahme

Byron Allen erwirbt über seine Investmentgesellschaft Allen Family Digital eine Mehrheit von 52 % an BuzzFeed. Der Kaufpreis beträgt 120 Millionen US-Dollar für 40 Millionen Aktien zu je drei Dollar. Davon werden 20 Millionen Dollar sofort in bar gezahlt, der Rest wird über einen Schuldschein mit fünfjähriger Laufzeit und fünfprozentiger Verzinsung finanziert.

BuzzFeed-Gründer und langjähriger CEO Jonah Peretti wechselt in eine neue Rolle als Präsident von BuzzFeed AI. Gleichzeitig führt das Unternehmen umfangreiche Kostensenkungen durch, um die finanzielle Stabilität zu verbessern.

Neue Strukturen für BuzzFeed

BuzzFeed plant, seine erfolgreichen Marken in eigenständige Einheiten auszugliedern. Dazu gehören:

  • Tasty: Die beliebte Food-Marke mit Fokus auf Social Media
  • BuzzFeed Studios: Produzent von Mikrodramen, digitalen Videos und Premium-Filmen

Peretti bleibt dem Unternehmen erhalten, übernimmt aber eine weniger operative Rolle. Details zu seiner neuen Position als Präsident von BuzzFeed AI wurden bisher nicht veröffentlicht.

Byron Allen: Ein Medienmogul auf Einkaufstour

Byron Allen, bekannt für seine aggressiven Übernahmeversuche, hat in den letzten Jahren versucht, größere Medienunternehmen wie Paramount Global, BET und Tegna zu erwerben – bisher ohne Erfolg. Sein bisher größter Deal war die Übernahme der late-night-Sendung von Stephen Colbert, die nach dessen Ausstieg mit eigenen Formaten besetzt wird.

Experten sehen in Allen einen geschickten Strategen, doch der Markt steht seinen ambitionierten Plänen oft skeptisch gegenüber. Mit der Übernahme von BuzzFeed gelingt ihm nun ein wichtiger Schritt, um seine Position im Medienmarkt zu stärken.

BuzzFeed: Vom Milliardenunternehmen zum Übernahmeziel

BuzzFeed war einst eines der mächtigsten Digitalmedienunternehmen der Welt. 2016 wurde das Unternehmen mit 1,7 Milliarden US-Dollar bewertet, nachdem es 200 Millionen US-Dollar von NBCUniversal erhalten hatte. Heute ist BuzzFeed nur noch ein Schatten seiner selbst – die Übernahme durch Allen bewertet das Unternehmen mit etwa 28 Millionen US-Dollar.

Die Übernahme rettet BuzzFeed vor dem Aus, doch die Herausforderungen bleiben groß. Das Unternehmen muss seine Geschäftsmodelle neu ausrichten und sich an die veränderten Marktbedingungen anpassen. Mit Byron Allen als neuem CEO und starkem Investor könnte dieser Neuanfang gelingen.

„BuzzFeed durchläuft derzeit tiefgreifende Veränderungen, darunter Kostensenkungen. In Kombination mit der neuen Führung und dem Investment von Byron Allen wird dies dem Unternehmen Liquidität und operativen Fokus bringen.“
Jonah Peretti, Gründer und ehemaliger CEO von BuzzFeed

Quelle: Axios