Iran-Konflikt treibt Ölpreise und Werkstattkosten nach oben

Der anhaltende militärische Konflikt mit dem Iran belastet die weltweite Ölversorgung. Kurzfristig zeigt sich dies bereits an den steigenden Spritpreisen in den USA. Doch die Auswirkungen der verknappten Versorgung gehen weiter: Bald werden auch Autofahrer die Folgen deutlich zu spüren bekommen.

Engpässe bei hochwertigen Schmierölen

Die Independent Lubricant Manufacturers Association (ILMA) warnt vor Lieferengpässen bei Gruppe-III-Basisölen. Diese hochwertigen Schmieröle werden vor allem für synthetische Motoröle verwendet und sind essenziell für die Automobilindustrie. Derzeit stammen 45 Prozent der US-Importe aus dem Persischen Golf – doch durch den Konflikt ist die Lieferkette unterbrochen.

Besonders betroffen ist die Stellung des Hormus, einer der wichtigsten Schifffahrtsrouten für Öltransporte. Da etwa 60 Prozent der Gruppe-III-Basisöle in der Automobilindustrie eingesetzt werden, drohen massive Preisanstiege bei Motorölen und Ölwechseln.

Keine schnelle Lösung in Sicht

Die ILMA hat kürzlich mit dem US-Energieministerium über die Krise gesprochen. Doch eine einfache Lösung gibt es nicht:

  • Südkorea, das etwa 30 Prozent der US-Importe liefert, ist stark von persischem Öl abhängig. Eine Umstellung auf alternative Quellen führt zu geringeren Ausbeuten.
  • Die USA selbst können den Ausfall nicht kurzfristig kompensieren. Neue Raffinerien von Chevron und ExxonMobil sollen erst nächstes Jahr in Betrieb gehen.
  • Auch das Recycling von Altölen ist begrenzt, da die notwendigen Rohstoffe fehlen.

„Die Situation verschärft sich weiter“, heißt es in einem ILMA-Bericht. „Die Preise an der Tankstelle werden steigen, und auch Ölwechsel in Werkstätten werden teurer.“

General Motors besonders betroffen

Der Automobilhersteller General Motors nutzt für seine Dexos-Öle ebenfalls Gruppe-III-Basisöle. Die ILMA hat daher an GM appelliert, vorübergehend flexiblere Mischungsverhältnisse zuzulassen, um Engpässe abzufedern.

„Wir erkennen, dass die Lieferengpässe bei Gruppe-III-Ölen noch länger anhalten könnten.“
General Motors in einer Stellungnahme

Das Unternehmen zeigte zwar Verständnis, lehnte eine Flexibilisierung jedoch ab. Stattdessen empfiehlt GM, alternative Additive und Öle einzusetzen, die technisch begründet sind.

Was Autofahrer jetzt wissen müssen

Für Verbraucher bedeutet die Krise:

  • Spritpreise bleiben vorerst hoch und könnten weiter steigen.
  • Motoröle werden teurer, besonders synthetische Produkte.
  • Ölwechsel in Werkstätten kosten mehr – die Preise für Schmierstoffe steigen.
  • Betroffene Fahrzeuge: Vor allem Modelle mit Dexos-Zertifizierung könnten Probleme bei der Ersatzteilversorgung haben.

Experten raten Autofahrern, sich frühzeitig über Alternativen zu informieren und bei Wartungsarbeiten nach günstigeren, aber qualitativ gleichwertigen Ölen zu fragen.