Das Unternehmen Strategy, ehemals bekannt als MicroStrategy, hat im ersten Quartal 2024 einen Nettoverlust von 12,77 Milliarden Dollar (38,25 Dollar pro Aktie) verbucht. Dieser massive Verlust ist vor allem auf einen unrealisierten Wertverlust der digitalen Vermögenswerte in Höhe von 14,46 Milliarden Dollar zurückzuführen, der durch die Fair-Value-Bewertung nach US-GAAP entstand.

Trotz des deutlichen Rückgangs des Bitcoin-Kurses im ersten Quartal setzte Strategy den Ausbau seiner Bitcoin-Bestände fort. Mit Stand vom 3. Mai 2024 hält das Unternehmen nun 818.334 Bitcoin, was einer Steigerung von 22 % gegenüber dem Jahresbeginn entspricht. Der Marktwert dieser Bestände belief sich am 1. Mai auf 64,14 Milliarden Dollar (bei einem Bitcoin-Preis von 78.374 Dollar). Die durchschnittlichen Anschaffungskosten pro Bitcoin lagen bei 75.537 Dollar, sodass die Position zum Stichtag leicht im Plus war.

Bitcoin als zentraler Performance-Maßstab

Während die traditionellen Finanzkennzahlen wie Umsatz und Gewinn durch die volatile Entwicklung des Bitcoin-Kurses stark beeinflusst werden, setzt Strategy-CEO Michael Saylor auf alternative Kennzahlen, um den Erfolg der Bitcoin-Strategie zu messen. Dazu gehört die „BTC Yield“, die die Veränderung der Bitcoin-Bestände pro verwässerter Aktie angibt. Im Jahr 2024 stieg dieser Wert auf 9,4 %.

Diese Kennzahl zeigt, dass Strategy trotz der Ausgabe neuer Aktien zur Finanzierung der Bitcoin-Käufe die Bitcoin-Exposition pro Aktionär erhöht hat. Laut internen Berechnungen entspricht dies einem Zuwachs von 63.410 Bitcoin im Jahr 2024. Zudem verweist das Unternehmen auf einen „BTC $ Gain“ von 4,97 Milliarden Dollar, der den Wertzuwachs der Bitcoin-Bestände in Dollar misst.

Umsatz steigt – Softwaregeschäft im Hintergrund

Der Umsatz von Strategy stieg im Vergleich zum Vorjahr um 11,9 % auf 124,3 Millionen Dollar. Allerdings wurde dieser Anstieg durch den starken Rückgang der Software-Einnahmen überlagert. Der operative Verlust belief sich auf 14,47 Milliarden Dollar, der fast vollständig auf den unrealisierten Wertverlust der digitalen Vermögenswerte zurückzuführen ist.

Diese Entwicklung verdeutlicht den Konflikt zwischen der wirtschaftlichen Realität – einem deutlichen Ausbau der Bitcoin-Bestände – und den nach US-GAAP ausgewiesenen Verlusten. Während die Bitcoin-Kennzahlen von Strategy steigen, leiden die Aktionäre unter einem bilanziellen Verlust, der deutlich über den Erwartungen der Analysten lag.

Bitcoin-Käufe trotz Kursrückgang

Das erste Quartal 2024 stellte Strategy vor eine Herausforderung: Der Bitcoin-Kurs fiel deutlich, doch das Unternehmen setzte den Kauf von Bitcoin fort. Diese Strategie spiegelt die Überzeugung von Saylor wider, dass langfristige Bitcoin-Investitionen trotz kurzfristiger Volatilität sinnvoll sind. Mit einer durchschnittlichen Kaufpreisbasis von 75.537 Dollar pro Bitcoin liegt Strategy aktuell leicht im Gewinn, sollte der Bitcoin-Preis über diesem Niveau bleiben.

„Unsere interne Kennzahl BTC Yield zeigt, dass wir die Bitcoin-Exposition pro Aktionär kontinuierlich erhöhen – trotz der Herausforderungen am Markt.“
Michael Saylor, CEO von Strategy

Fazit: Erfolgreiche Bitcoin-Strategie, aber bilanziell schwierige Lage

Während Strategy mit dem Ausbau seiner Bitcoin-Bestände und der Steigerung der Bitcoin-Exposition pro Aktie zufrieden sein kann, zeigt der Quartalsbericht die Risiken des Modells: Ein einziger Vermögenswert – Bitcoin – dominiert die Bilanz und die Gewinn- und Verlustrechnung. Aktionäre müssen sich bewusst sein, dass die traditionellen Finanzkennzahlen durch die Volatilität des Bitcoin-Kurses stark beeinflusst werden können, während die langfristige Strategie auf eine steigende Bitcoin-Exposition setzt.