Die von Michael Saylor gegründete Strategie (ehemals MicroStrategy) hat seit Beginn ihrer Bitcoin-Investitionen über eine Milliarde Dollar an zusätzlichen Kosten getragen, um eine jährliche Rendite von nur 1% zu erreichen. Der aktuelle Anstieg des Bitcoin-Kurses auf über 80.000 US-Dollar ermöglichte zwar einen unrealisierten Gewinn von 3,7 Milliarden Dollar, doch die Gesamtkosten übersteigen den reinen Kaufpreis deutlich.
Im Februar 2026 belief sich der unrealisierte Verlust der Strategie auf 11,5 Milliarden Dollar. Durch den jüngsten Kursanstieg des Bitcoin konnte das Unternehmen diesen Verlust teilweise ausgleichen. Dennoch bleiben die operativen und finanziellen Aufwendungen, die mit der Bitcoin-Strategie verbunden sind, enorm.
Kostenstruktur der Bitcoin-Investition
Seit dem ersten Bitcoin-Kauf im Jahr 2020 hat die Strategie folgende zusätzliche Kosten getragen:
- Zinsaufwendungen: 259 Millionen Dollar für die Bedienung der Unternehmensschulden
- Dividenden an Vorzugsaktionäre: 381 Millionen Dollar
- Emissionskosten: 163 Millionen Dollar für die Kapitalbeschaffung bei Brokern und Investmentbanken
- Equity-basierte Vergütungen: 319 Millionen Dollar, überwiegend an Führungskräfte und Vorstandsmitglieder
Insgesamt summieren sich diese Kosten auf über 1,1 Milliarden Dollar – ein Betrag, der den reinen Kaufpreis der Bitcoin deutlich übersteigt. Allein in den ersten vier Monaten des Jahres 2026 fielen zusätzliche Zinszahlungen von über 8 Millionen Dollar sowie Dividenden in Höhe von über 300 Millionen Dollar an.
Michael Saylor bleibt optimistisch
Trotz der hohen Kosten rechtfertigt Michael Saylor die Bitcoin-Strategie mit der Erwartung, dass der Bitcoin-Kurs in den nächsten zehn Jahren durchschnittlich um mindestens 30% pro Jahr steigen wird. Seiner Meinung nach hat Bitcoin diese Rendite bereits in den vergangenen fünf Jahren erreicht. Allerdings ist diese Aussage umstritten.
„Was ist die Bitcoin-Performance der letzten fünf Jahre? 39%“, behauptete Saylor am 30. April 2026. „Seit wir in dieses Geschäft eingestiegen sind, hat sich Bitcoin mit einer durchschnittlichen jährlichen Rendite von 39% entwickelt.“
Tatsächlich lag die durchschnittliche jährliche Rendite von Bitcoin in den fünf Jahren vor dem 30. April 2026 bei nur 6%. Selbst bei einer Betrachtung über fast sechs Jahre – seit dem ersten Bitcoin-Kauf der Strategie am 10. August 2020 – bleibt die Rendite deutlich hinter Saylor’s Behauptung zurück.
Die Strategie steht damit vor der Herausforderung, trotz hoher Kosten und fragwürdiger Renditeaussichten an ihrer Bitcoin-Strategie festzuhalten. Ob sich die Investition langfristig auszahlt, bleibt abzuwarten.