KI übernimmt bereits Arbeitsaufgaben für jeden fünften US-Arbeitnehmer

Eine neue Studie von Epoch AI und Ipsos zeigt: 20 Prozent der Vollzeitbeschäftigten in den USA geben an, dass KI bereits Teile ihrer ursprünglichen Aufgaben übernommen hat. Die Umfrage unter 2.000 Erwachsenen in den USA liefert damit neue Daten für die Debatte um KI-gestützte Automatisierung.

Fast die Hälfte der Befragten (50 Prozent) nutzte KI in der vergangenen Woche – sei es für berufliche oder private Zwecke. Bei den Vollzeitkräften berichteten 20 Prozent von direkten Jobverlusten durch KI, während 15 Prozent angaben, dass die Technologie neue Aufgaben geschaffen hat, die sie ohne KI nicht übernommen hätten.

KI ersetzt mehr Jobs, als sie schafft

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass der Jobverdrängungseffekt durch KI aktuell stärker ist als der Produktivitätszuwachs durch KI-Unterstützung. Während einige Arbeitnehmer durch KI effizienter werden, verlieren andere direkt Arbeitsplätze an die Technologie.

„Wenn ein Fünftel der Beschäftigten sagt, dass KI bereits Teile ihres Jobs ersetzt, dann findet eine strukturelle Veränderung des Arbeitsmarkts in Echtzeit statt.“
Nichols Miailhe, KI-Politikexperte bei Global Policy on Artificial Intelligence, im Gespräch mit NBC

Miailhe warnt: „Die Tatsache, dass KI mehr Jobs ersetzt als schafft, sollte uns alarmieren. Die Zeit, um die Auswirkungen von KI auf den Arbeitsmarkt politisch zu gestalten, könnte schneller vergehen, als viele Regierungen denken.“

Wirtschaftsforscher revidieren Prognosen zum Arbeitsmarkt

Die Studie fällt mit einer weiteren Untersuchung zusammen: Ökonomen der Federal Reserve Bank of Chicago und mehrerer Top-Universitäten revidieren ihre Modelle angesichts einer möglichen grundlegenden Umwälzung des Arbeitsmarkts durch KI.

Doch wie realistisch sind diese Szenarien? Kritiker zweifeln die KI-Automatisierungsnarrative an. So zeigt sich etwa bei Amazon, dass der Versuch, menschliche Arbeitskräfte durch KI zu ersetzen, die Gesamtproduktivität sogar verringert hat.

Experten: KI schafft keine gleichwertige Produktivität

Der KI-Skeptiker Gary Marcus argumentiert, dass die Annahmen zur KI-bedingten Arbeitslosigkeit nicht haltbar seien. Als Beispiel nennt er den Finanzdienstleister Klarna, der nach einem 11-monatigen KI-Experiment seine Mitarbeiter wieder einstellen musste, nachdem das Projekt gescheitert war.

Statt zu fragen, wie verbreitet KI am Arbeitsplatz ist, sollte man sich laut Experten darauf konzentrieren, ob KI Aufgaben mindestens genauso produktiv erledigt wie Menschen. Die wachsende Mehrheit der Fachleute verneint diese Frage.

Hintergrund: KI im Arbeitsmarkt – Fluch oder Segen?

  • KI-Nutzung in den USA: 50 Prozent der Befragten nutzen KI wöchentlich.
  • Jobverlust durch KI: 20 Prozent der Vollzeitkräfte berichten von ersetzten Aufgaben.
  • Kritische Stimmen: Experten wie Gary Marcus zweifeln an der Produktivität von KI-Lösungen.
  • Wirtschaftliche Folgen: Ökonomen passen ihre Modelle an mögliche Arbeitsmarktumwälzungen an.

Die Debatte um KI und den Arbeitsmarkt bleibt kontrovers. Während einige die Technologie als Jobkiller sehen, betonen andere ihre potenziellen Produktivitätsgewinne – doch die Realität scheint komplexer zu sein als viele Prognosen.

Quelle: Futurism