Take-Two-CEO Strauss Zelnick hat in einem aktuellen Interview mit Game File die Schwierigkeiten von Civilization VII eingeräumt. Das Spiel, das vor über einem Jahr erschienen ist, verzeichnete einen langsamen Start und enttäuschte viele Fans durch radikale Neuerungen.
Zelnick übernimmt Verantwortung für gescheiterte Experimente
Zelnick räumte ein, dass das Spiel „nicht den richtigen Ansatz“ hatte, und erklärte:
„Wir haben uns zu sehr von der bewährten Civilization-Formel entfernt. Jedes Mal, wenn ein neues Civ erscheint, überlegen wir: Wie können wir die Grenzen so weit verschieben, dass es sich lohnt, das Spiel zu kaufen? Gleichzeitig müssen wir sicherstellen, dass wir das bewahren, was die Fans lieben. Bei Civ VII haben wir uns dabei vertan – aber nicht aus mangelnder Mühe.“
Er betonte, dass Take-Two bereits zahlreiche Korrekturen vorgenommen habe und weiterhin an Verbesserungen arbeite. „Das Spiel ist gut und profitabel, aber aus Sicht der Spieler war unser Ansatz zu radikal.“
Firaxis kehrt zu klassischen Mechaniken zurück
Seit dem Release von Civilization VII hat Firaxis zahlreiche Updates veröffentlicht, die viele der umstrittenen Neuerungen abschwächen oder rückgängig machen. Besonders im Fokus stehen dabei Systeme wie der „Civ-Wechsel“ und das „Zeitalter-System“, die bei Spielern auf Kritik stießen.
Diese Änderungen zielen darauf ab, Civilization VII näher an die vertraute Spielmechanik von Civilization VI heranzuführen. Kritiker bemängeln seit Langem, dass viele der neuen Features den Spielfluss stören und die Konsistenz über die Jahrtausende hinweg unterbrechen.
Warum die lautesten Fans nicht immer repräsentativ sind
Ein zentrales Problem sieht Zelnick darin, dass Entwicklerstudios wie Firaxis oft zu sehr auf die lautstärksten – und meist online aktivsten – Spieler hören.
„Es ist wie bei Online-Shootern, die jahrelang auf die Meta optimieren und dann feststellen, dass ihre Kernzielgruppe abspringt, weil sie sich nicht mehr wiedererkennt.“
Diese Dynamik führe dazu, dass Studios wie Firaxis in den letzten zehn Jahren verstärkt auf die Wünsche von Reddit-Nutzern und Forumsteilnehmern eingegangen seien – statt auf die Bedürfnisse derjenigen, die das Spiel einfach nur genießen möchten.
Tiefgreifende Probleme bleiben – Updates können nicht alles reparieren
Während viele der neuen Features durch Updates angepasst werden können, gibt es grundlegende strukturelle Probleme, die sich nicht so einfach beheben lassen. Dazu gehören:
- Civ-Wechsel: Das ständige Wechseln zwischen Zivilisationen während einer Partie zerstört die historische Konsistenz und macht das Spiel unberechenbar.
- Zeitalter-System: Die Einführung von „Altersstufen“ führt zu unerwünschten Engpässen und bremst den Spielfluss aus.
- Fehlende Balance: Viele Spieler kritisieren, dass die neuen Mechaniken das strategische Gameplay erschweren, statt es zu bereichern.
Experten und Fans fragen sich nun, ob Firaxis mit diesen Korrekturen das Vertrauen der Community zurückgewinnen kann – oder ob der Schaden bereits zu groß ist.