Leere Versprechen seit über einem Jahrzehnt

Tesla-Chef Elon Musk verspricht seit rund zwölf Jahren, dass die Elektrofahrzeuge seines Unternehmens bald vollständig selbstständig fahren können. Doch trotz kleiner Fortschritte bleibt die Technologie weit hinter den Erwartungen zurück. Selbst mit der „Full Self-Driving“ (FSD)-Software müssen Fahrer ständig bereit sein, die Kontrolle zu übernehmen. Das Unternehmen musste kürzlich sogar den irreführenden Namen um den Zusatz „Supervised“ ergänzen.

Hohe Kosten für unvollständige Technologie

Die FSD-Funktion ist nicht nur unzuverlässig, sondern auch extrem teuer. Im Februar erhöhte Tesla den Preis von einer einmaligen Zahlung von 8.000 US-Dollar auf ein monatliches Abo von 99 US-Dollar. Angesichts der ausbleibenden Umsetzung der vollautonomen Fahrfunktion wächst bei den Kunden die Verärgerung.

Klagen gegen Tesla häufen sich

Wie das Wall Street Journal berichtet, sieht sich Tesla zunehmend mit Klagen konfrontiert. Einer der Kläger ist der pensionierte Anwalt Tom LoSavio, der 2017 einen Tesla Model S für über 100.000 US-Dollar kaufte und zusätzlich 8.000 US-Dollar für die FSD-Funktion investierte. In seiner Sammelklage wirft er Tesla vor, Kunden mit falschen Versprechungen getäuscht zu haben und fordert eine Rückerstattung.

LoSavio ist nicht der Einzige: Zahlreiche weitere Tesla-Besitzer haben ähnliche Klagen eingereicht, um Musk an seine unzuverlässigen Zusagen zu erinnern. Während die Kunden verärgert sind, bleiben Investoren weiterhin optimistisch – trotz der schwindenden Nachfrage nach Elektroautos und Teslas umstrittenem Fokus auf Robotik und Robotaxi-Dienste.

Hardware-Upgrades bleiben aus

Selbst Musks eigene Aussagen zeigen die Grenzen der aktuellen Technologie. Im Januar 2025 räumte er ein, dass die in vielen Tesla-Fahrzeugen verbaute „Hardware 3“ (eingebaut zwischen 2018 und 2023) nicht für vollautonomes Fahren ausreicht. Trotz wiederholter Andeutungen kostenloser Upgrades hat Tesla diese bisher nicht umgesetzt. Ein niederländischer Fahrer reichte kürzlich eine Sammelklage ein und fordert die Rückerstattung seiner 8.000 US-Dollar für FSD, da er kein Hardware-Upgrade erhalten hat. Teslas Antwort:

„Seid geduldig.“

Tesla setzt auf Robotaxis statt auf zufriedene Kunden

Statt die bestehenden Probleme zu lösen, konzentriert sich Tesla nun auf die Entwicklung eines robotaxi-ähnlichen Dienstes. Der sogenannte „Cybercab“, der weder Lenkrad noch Pedale besitzt, soll laut Musk bereits in diesem Monat in Produktion gehen – allerdings mit „qualvoll langsamer“ Startphase. Ein öffentlicher Dienst nach dem Vorbild von Waymo ist jedoch noch nicht in Sicht.

Während Tesla-Fahrer weiter auf die versprochenen Funktionen warten, bleibt die Diskrepanz zwischen Ankündigungen und Realität ein zentrales Thema – und ein Grund für wachsende Unzufriedenheit.

Quelle: Futurism