Die US-Regierung unter Präsident Donald Trump hat die New York Times wegen angeblicher Diskriminierung weißer Männer verklagt. Die Equal Employment Opportunity Commission (EEOC) reichte die Klage am Dienstag beim Bundesgericht ein. Sie vertritt einen weißen Mann, der behauptet, aufgrund seiner ethnischen Herkunft und seines Geschlechts bei einer Beförderung übergangen worden zu sein – ein Verstoß gegen den Civil Rights Act.

Ein Sprecher der Zeitung, Danielle Rhoades Ha, bezeichnete die Vorwürfe als „politisch motiviert“ und wies sie zurück.

„Die New York Times lehnt die unbegründeten und politisch motivierten Anschuldigungen der EEOC kategorisch ab. Unsere Personalpolitik basiert auf Leistung und fördert die besten Talente weltweit.“

Laut Angaben der Zeitung reichte der betroffene Mitarbeiter seine Beschwerde bereits im Juli 2025 bei der EEOC in New York ein. Später wurde der Fall an einen Ermittler in Alabama weitergeleitet. Seitdem tauschten beide Seiten Informationen aus. Ein freiwilliger Mediationsversuch, die sogenannte Conciliation, scheiterte. Dieser Schritt folgt normalerweise, wenn die EEOC „hinreichende Gründe“ für Diskriminierung sieht. Führt die Mediation nicht zum Erfolg, kann die Behörde Klage erheben.

Ursprünglich ging es um die allgemeinen Einstellungs- und Beförderungspraktiken der Zeitung. Doch unter der Leitung von EEOC-Vorsitzender Andrea Lucas konzentrierte sich der Fall zunehmend auf eine konkrete Stelle: die eines stellvertretenden Chefredakteurs, die der Kläger nicht erhielt. Am 21. April teilte die EEOC der New York Times mit, dass der Fall an die Rechtsabteilung der Behörde überwiesen wurde.

Dies ist der jüngste Angriff der Trump-Regierung auf kritische Medien. Es ist nicht das erste Mal, dass die Regierung Diversity-, Equity- und Inklusionsmaßnahmen (DEI) als Vorwand nutzt. So untersucht die Federal Communications Commission (FCC) derzeit die DEI-Praktiken von Comcast, dem Mutterkonzern von NBC. Zudem leitete Kommissar Brendan Carr kürzlich eine Untersuchung gegen Disney, den Mutterkonzern von ABC, ein.

Präsident Trump steht der New York Times seit langem kritisch gegenüber. 2023 reichte er eine 15-Milliarden-Dollar-Klage wegen Verleumdung gegen das Blatt ein und bezeichnete es seit über einem Jahrzehnt als „failing New York Times“. Nun nutzt er die Macht seines Amtes, um gegen das Medienunternehmen vorzugehen.