Rückerstattung illegaler Zölle startet – wer profitiert wirklich?

Die US-Regierung hat nun den Prozess zur Rückerstattung illegaler Zölle eingeleitet, die während der Trump-Administration erhoben wurden. Ein neues Online-Portal der US-Zollbehörde (CBP) ermöglicht Unternehmen, Rückerstattungsanträge zu stellen. Die Rückerstattung ist notwendig, nachdem der Supreme Court im Februar feststellte, dass die Trump-Regierung keine rechtliche Grundlage für die Zölle hatte.

Wer erhält das Geld zurück?

Die ersten Rückerstattungen gelten nur für Waren, die den Zollprozess noch nicht vollständig abgeschlossen haben. Laut Angaben der Regierung betrifft dies etwa 63 Prozent aller Importe, die unter der International Emergency Economic Powers Act (IEEPA) verzollt wurden. Die Bearbeitung soll innerhalb von 60 bis 90 Tagen erfolgen, in Einzelfällen länger.

Unternehmen springen ein – doch nicht alle Verbraucher profitieren

Einige Logistikunternehmen wie FedEx und UPS haben bereits angekündigt, die Rückerstattungen direkt an Kunden weiterzugeben.

"Unser Ziel ist klar: Erhalten wir Rückerstattungen von der CBP, leiten wir diese an die ursprünglichen Zahler weiter", erklärte FedEx in einer Stellungnahme.
UPS kündigte an, Rückerstattungen im Namen der Kunden zu beantragen und diese dann auszuzahlen.

Doch viele Verbraucher werden leer ausgehen. Denn die Zölle trafen letztlich nicht die Importeure, sondern die Endverbraucher. Studien zeigen, dass Unternehmen die Kosten in Form höherer Preise an Kunden weitergaben. Eine Untersuchung der Federal Reserve und der Columbia University ergab, dass 94 Prozent der Zollkosten von US-Verbrauchern getragen wurden und betroffene Waren im Schnitt 11 Prozent teurer wurden als vergleichbare Produkte ohne Zölle.

Warum erhalten nicht alle ihr Geld zurück?

Rechtlich dürfen Rückerstattungen nur an die Importeure gehen – also die Unternehmen, die die Zölle ursprünglich gezahlt haben. Selbst wenn Unternehmen wie Costco versuchen, Teile der Rückerstattung an Kunden weiterzugeben, bleibt der Nutzen begrenzt.

"Die Zölle waren eine versteckte Steuer auf die gesamte Wirtschaft. Eine vollständige Rückerstattung an alle Betroffenen ist praktisch unmöglich", so ein Branchenexperte.

Fazit: Teilweise Rückerstattung, aber keine vollständige Entlastung

Die Rückerstattung illegaler Zölle ist ein wichtiger Schritt, doch für viele Verbraucher bleibt der Nutzen gering. Während einige Unternehmen die Gelder weiterleiten, profitieren andere nicht. Die Kosten der Zölle wurden längst auf die Preise umgelegt – eine vollständige Rückerstattung ist daher unrealistisch.

Quelle: Reason