Das Supplemental Nutrition Assistance Program (SNAP), besser bekannt als Lebensmittelmarken-Programm, erlaubt es Empfängern bisher nicht, mit ihren Leistungen warme Speisen in Supermärkten zu kaufen. Während Brot, Steak, Fisch, Chips oder Bananen problemlos mit den Gutscheinen bezahlt werden können, scheitert es an der rotierenden Hähnchen am Grill, an vorgefertigter Mac & Cheese oder warmer Kartoffelpüree – obwohl diese oft günstiger und zeitsparend sind.

Laut dem US-Landwirtschaftsministerium, das das Programm verwaltet, leben in fast 80 Prozent der SNAP-Haushalte Kinder, ältere Menschen oder Menschen mit Behinderungen. Für diese Gruppen wären warme, sofort verzehrfertige Mahlzeiten eine praktische Lösung. Bisher war dies jedoch nicht möglich.

Doch nun gibt es eine überraschende Wende: Am Donnerstag stimmte das US-Repräsentantenhaus für eine Änderung im Rahmen des 390 Milliarden Dollar schweren Farm Bill-Pakets. Diese Änderung definiert heißes Hähnchen nun als „Lebensmittel“ und erlaubt damit dessen Kauf mit SNAP-Mitteln. Andere warme Speisen wurden leider nicht berücksichtigt. Zuvor war die Idee bereits als eigenständiger Gesetzentwurf namens „Hot Rotisserie Chicken Act“ von einer parteiübergreifenden Gruppe von Senatoren eingebracht worden.

Bevor das Gesetz jedoch in Kraft treten kann, muss es noch den Senat passieren. Das Repräsentantenhaus verabschiedete den Farm Bill mit knapper Mehrheit von 224 zu 220 Stimmen – nur 14 Demokraten stimmten mit den Republikanern dafür.

Doch der vermeintliche Fortschritt hat einen hohen Preis: Die Farm Bill sieht Kürzungen von 187 Milliarden Dollar am SNAP-Programm über fünf Jahre vor. Für 75 Prozent der SNAP-Empfänger, die unter der Armutsgrenze leben, wäre dies eine massive Belastung. Viele Demokraten lehnten die Vorlage daher ab – trotz der Erlaubnis für heißes Hähnchen.