Die militärische Konfrontation zwischen den USA und dem Iran hat eine neue Phase erreicht: Nach wochenlangen direkten Angriffen und einer zweitägigen Feuerpause eskaliert der Konflikt nun auf See. Statt Bombenangriffen setzen beide Seiten auf maritime Provokationen, Schiffsentführungen und symbolische Machtgesten. Eine direkte Wiederaufnahme der Verhandlungen steht weiterhin aus.
Maritime Blockaden und Schießbefehl
Die USA haben ihre Strategie angepasst und konzentrieren sich nun auf die Kontrolle der Schifffahrtsrouten. Das US-Verteidigungsministerium veröffentlichte am Donnerstag Aufnahmen von Marines, die einen Tanker im Indischen Ozean aufbrachten. Dieser soll iranisches Öl transportiert haben. Die US-Streitkräfte führten eine Recht-auf-Besuch-Operation durch und beschlagnahmten das Schiff M/T Majestic X – ein stateless vessel, das iranisches Öl beförderte.
Laut US Central Command wurden seit Beginn der Blockade 33 Schiffe im Küstengewässer des Iran abgefangen. Der Iran reagierte mit eigenen Aktionen: In der Straße von Hormuz übernahmen iranische Schnellboote zwei Tanker. Ein drittes Schiff wurde angegriffen, jedoch nicht gekapert. Die iranische Taktik mit kleinen, schnellen Booten zeigt, dass die US-Streitkräfte die maritime Bedrohung des Iran offenbar nicht vollständig neutralisieren konnten.
„Die USA werden weiterhin die globale maritime Durchsetzung sicherstellen.“
— US-Verteidigungsministerium (@DeptofWar), 23. April 2026
Präsident Donald Trump verschärfte die Rhetorik und ordnete an, dass die US-Marine „jeden kleinen Booten erschießen und töten“ solle, falls diese möglicherweise Minen im Persischen Golf legen könnten. Trump betonte, er sei nicht an einer schnellen Beendigung des Konflikts interessiert und wolle auf einen möglichst vorteilhaften Deal hinarbeiten.
Kalifornien blockiert Identifizierung von Bundespolizisten
Parallel zu den internationalen Spannungen eskaliert ein inneramerikanischer Konflikt: Kalifornien versucht, die Anonymität von Bundespolizisten einzuschränken – doch ein Gericht stoppte dies nun. Ein dreiköpfiges Richtergremium des 9. Berufungsgerichts erließ eine einstweilige Verfügung gegen das No Vigilantes Act. Dieses Gesetz verlangte von nicht uniformierten Polizisten – sowohl staatlichen als auch bundesstaatlichen –, sich auszuweisen.
Richter Mark Bennett begründete das Urteil mit der Suprematieklausel der US-Verfassung. Diese verbietet Bundesstaaten, direkt in die Arbeit der Bundesregierung einzugreifen. Das Gesetz sei daher verfassungswidrig. Kalifornien hatte die Regelung im September 2025 als Reaktion auf die umstrittene Entsendung maskierter Bundesimmigrationsbeamter in kalifornische Städte erlassen. Ein weiteres Gesetz, der No Secret Police Act, verbot Bundesagenten zudem, ihre Gesichter in der Öffentlichkeit zu bedecken. Die Trump-Administration klagte im Dezember 2025 gegen beide Gesetze und argumentierte, sie behinderten die Arbeit der Bundesbehörden.
Die Entscheidung des Gerichts unterstreicht die anhaltenden Spannungen zwischen Bundesstaaten und der Zentralregierung – ein Konflikt, der durch die jüngsten politischen Entwicklungen weiter an Brisanz gewinnt.