Ein Rätsel löst sich – doch der Film verliert sich selbst

Die Frage nach Katies Schicksal trieb die Marketingkampagne für Lee Cronins „The Mummy“ an. Acht Jahre nach ihrem Verschwinden in Ägypten wird die junge Frau lebendig in einem Sarkophag gefunden. Die Antwort kommt spät – erst nach zwei Stunden eines 133-minütigen Films. Doch selbst diese Auflösung wirkt wie ein nachträglicher Einfall, der den Rest der Handlung überschattet.

Familiendrama mit Gore-Elementen

Der Film folgt der Familie Cannon: Vater Charlie (Jack Reynor), Mutter Larissa (Laia Costa) und ihre drei Kinder. Nach Katies Rückkehr aus Ägypten breitet sich in ihrem New-Mexico-Haus ein mysteriöser Verfall aus. Nicht nur Katie verändert sich – auch ihre Geschwister Sebastián und Maud sowie Larissas Mutter Carmen werden infiziert. Ein grausames Chaos entsteht, während Charlie versucht, die Ursache zu ergründen.

Seine Recherchen führen ihn zu Professor Bixler (Mark Mitchinson), der von einem uralten ägyptischen Dämon namens Nasmaranian erzählt – einem „Zerstörer von Familien“. Eine Spur führt Charlie zurück zu Detective Dalia Zaki (May Calamawy), die Katie vor acht Jahren in Kairo suchte. Ein Morsecode-Hinweis von Katie hilft Zaki, die Verbindung zu Layla Khalil (May Elghety) aufzudecken, einer Anhängerin einer Sekte um die mysteriöse Magierin (Hayat Kamille).

Überladene Mythologie ohne Fokus

Trotz des vielschichtigen Plots wirkt Cronins Film wie ein unausgegorenes Projekt. Die ägyptischen Szenen ziehen sich hin, die Mythologie wirkt willkürlich eingebaut. Selbst die Gore-Elemente – sonst ein Markenzeichen Cronins nach „Evil Dead Rise“ – wirken hier wie ein Fremdkörper.

Die Handlung springt zwischen Familien-Drama, Horror und Mystery hin und her, ohne jemals eine klare Linie zu finden. Die Charaktere bleiben blass, die Spannung verpufft in überflüssigen Details. Am Ende bleibt der Eindruck: Cronin hatte eine Idee – doch der Film wurde zu einem überladenen Patchwork.

Fazit: Ein Film mit Potenzial, aber ohne Richtung

„The Mummy“ beantwortet endlich die Frage nach Katies Schicksal – doch der Rest des Films wirkt wie ein überflüssiger Mythologie-Mix. Die Gore-Elemente passen nicht zum Rest, die Charaktere bleiben blass. Ein enttäuschendes Experiment.