Jahrzehntelange Bleibelastung in Omaha

Mehr als ein Jahrhundert lang emittierte eine Bleihütte in der Innenstadt von Omaha, Nebraska, giftigen Staub, der den Boden der Stadt kontaminierte und zu Bleivergiftungen führte. Die US-Umweltschutzbehörde EPA und die Stadt Omaha versuchen seit Jahrzehnten, das Problem durch Sanierungsmaßnahmen in den Griff zu bekommen. Doch 2019 räumte die EPA ein, dass ihr ursprünglicher Plan möglicherweise nicht ausreicht, um Kinder ausreichend zu schützen.

Erweiterte Sanierung könnte mehr Wohngebiete betreffen

Die EPA überprüft derzeit den Standort erneut, um die Reinigungsbemühungen möglicherweise auszuweiten. Dies könnte dazu führen, dass zusätzliche Wohnviertel in die Sanierung einbezogen werden. Journalisten des Flatwater Free Press und ProPublica haben gemeinsam untersucht, wie effektiv die aktuellen Maßnahmen sind. Dabei wurden Bodenproben von über 600 Grundstücken in und um das sogenannte Superfund-Gebiet entnommen.

Viele Anwohner wussten zuvor nichts von der Kontamination oder den damit verbundenen Risiken. Sie hatten zahlreiche Fragen zur Sicherheit. Experten geben im Folgenden Antworten auf die wichtigsten Fragen.

So können Sie sich beteiligen

Wir testen derzeit den Boden in Omaha auf Bleibelastung und erweitern unsere Untersuchungen auf Häuser außerhalb der offiziell ausgewiesenen Sanierungszone. Falls Sie in Council Bluffs (Iowa), Carter Lake (Iowa) oder im Norden von Bellevue (Nebraska) leben und Ihr Grundstück testen lassen möchten, können Sie sich über unser Anmeldeformular registrieren.

Haben Sie oder ein Familienmitglied erhöhte Bleiwerte im Blut? Dann kontaktieren Sie den Reporter Chris Bowling unter [email protected], um Ihre Erfahrungen zu teilen.

Wichtige Fragen und Antworten zu Bleivergiftungen

1. Was ist eine Bleivergiftung?

Eine Bleivergiftung tritt auf, wenn das giftige Schwermetall Blei – das jahrzehntelang in Farben, Benzin und Wasserleitungen verwendet wurde – über die Nahrung oder Atemwege aufgenommen wird und sich im Körper anreichert. Besonders gefährdet sind Kinder, da ihr Körper noch in der Entwicklung ist und sie Blei effizienter aufnehmen. Mögliche Folgen sind Entwicklungsverzögerungen und Verhaltensstörungen. Auch Erwachsene können betroffen sein, etwa durch Bluthochdruck, Gedächtnisprobleme oder Gelenkschmerzen.

2. Ab welchen Werten gilt Blei als gefährlich?

Es gibt keinen sicheren Grenzwert für Bleibelastung. Die US-Gesundheitsbehörde CDC definiert einen erhöhten Wert bei 3,5 Mikrogramm Blei pro Deziliter Blut. Liegt der Wert eines Kindes darüber, organisiert das Douglas County Health Department eine Risikobewertung, die eine Wohnungsinspektion und Aufklärung über Schutzmaßnahmen umfasst. Die National Center for Healthy Housing bietet zudem eine Checkliste zur Reduzierung der Bleiexposition.

Falls Sie im Superfund-Gebiet leben, können Sie die Bleibelastung Ihres Bodens über das Omaha Lead Registry prüfen. Ein EPA-Risikomodell geht davon aus, dass eine Bleikonzentration im Boden von 100 ppm oder weniger Kinder vor den derzeit von der CDC als hoch eingestuften Blutbleiwerten schützen würde.

Hintergrund: Das Superfund-Programm

Das Superfund-Programm der EPA identifiziert und saniert stark belastete Standorte in den USA. In Omaha zählt die ehemalige Bleihütte seit Jahrzehnten zu den prioritären Sanierungsgebieten. Trotz laufender Maßnahmen bleibt die Frage, ob die aktuellen Pläne ausreichen, um die Gesundheit der Anwohner langfristig zu sichern.

Quelle: ProPublica