General Motors (GM) beendet die Produktion der mittelduty Chevrolet Silverado-Modelle 4500 HD, 5500 HD und 6500 HD. Diese Class-6-Nutzfahrzeuge teilten sich bisher Plattform und Produktionsstätte mit der International CV Series. Die Zusammenarbeit mit dem Partner International endet jedoch zum 30. September 2026.
Laut Berichten der Fachmedien TFL Truck und Transport Topics hat GM beschlossen, den 2015 geschlossenen Vertrag mit International (damals noch Navistar) nicht zu verlängern. International stellt ebenfalls die Produktion der CV Series ein – die Fertigung endet bereits am 10. September 2026. Zudem verkaufte das Unternehmen das Werk in Springfield, Ohio, an den kanadischen Rüstungskonzern Roshel, der die Anlage ab dem 30. März 2026 übernimmt.
Rückgang der Verkaufszahlen als möglicher Grund
Ein Grund für die Entscheidung könnte der deutliche Rückgang der Verkaufszahlen sein. Im ersten Quartal 2026 verkaufte Chevrolet lediglich 1.273 mittelduty Silverado-Modelle – ein Rückgang von 37,4 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Zum Vergleich: Ford verzeichnete im gleichen Zeitraum 2.331 verkaufte F-650- und F-750-Modelle. Zudem bietet International mit der MV Series eine vergleichbare Alternative in der Class-6-Konfiguration an.
Technische Daten der Silverado MD-Modelle
Die Silverado MD-Modelle wurden 2018 auf der Work Truck Show in Indianapolis vorgestellt. Sie verfügen über einen 6,6-Liter-Duramax-Turbodiesel-V8 mit 350 PS und 750 lb-ft Drehmoment, kombiniert mit einem Allison-Sechsgang-Automatikgetriebe. Optional war Allradantrieb sowie die Wahl zwischen Einzel- und Doppelkabine verfügbar. Die Radstände reichten von 165 bis 243 Zoll, die zulässigen Gesamtgewichte (GVWR) lagen zwischen 14.001 und 23.500 Pfund, je nach Modellvariante.
Zukunft des Werks in Ohio
Das Werk in Springfield, Ohio, war größtenteils für die Produktion der Chevrolet-Modelle ausgelastet. International entschied sich daher zum Verkauf der Anlage. Das Werk besteht seit 1961 und überstand bereits die Restrukturierung von International Harvester 1982. Roshel, der neue Eigentümer, erwarb sowohl das Montagewerk als auch ein benachbartes Spezialfahrzeugzentrum mit insgesamt zwei Millionen Quadratfuß Fläche auf 500 Acres.
GM bleibt im Nutzfahrzeugsegment aktiv
GM wird weiterhin ein gemeinsames Nutzfahrzeug im Sortiment führen: die Isuzu-basierten LCF-Modelle (Low Cab Forward) in den Klassen 4, 5 und 6, die voraussichtlich bis 2027 angeboten werden. Damit verlässt GM jedoch den Markt für große Fahrgestell-Kabine-Modelle, in dem Ford weiterhin aktiv ist.