Besitzer des Chrysler Pacifica Hybrid verklagen den Hersteller und fordern den Rückkauf ihrer Fahrzeuge. Der Rückruf erfolgte 2023 aufgrund eines defekten Kabelanschlusses in der Getriebeelektronik, der zu plötzlichen Abschaltungen führen konnte. Doch die Klage wirft neue Fragen auf: Keiner der betroffenen Eigentümer berichtete über das eigentliche Problem.

Rückruf 2023: Was Chrysler mitteilte

Im Januar 2023 rief Stellantis (ehemals FCA) über 67.000 Pacifica Hybrid-Modelle zurück. Grund war ein fehlerhafter Kabelanschluss im Getriebe, der zu unvorhergesehenen Motorabschaltungen führen konnte. Die Reparatur sollte durch eine Softwareaktualisierung des Power Inverter Moduls und in einigen Fällen durch den Austausch des Instrumentenclusters erfolgen.

Doch nur zwei Wochen nach dem Rückruf reichte eine Gruppe von Besitzern eine Klage gegen Chrysler ein. Die Kläger vertreten mehr als 30 Fahrzeuge und fordern nun einen Rückkauf zum Marktwert vor dem Rückruf.

Gericht stoppt bundesweite Sammelklage – Klage läuft weiter

Stellantis beantragte die Abweisung der Klage als bundesweite Sammelklage. Richter Jonathan J.C. Grey gab dem statt. Die Klage kann jedoch weiterhin geführt werden – allerdings nur in 18 US-Bundesstaaten. Welche Staaten betroffen sind, wurde noch nicht bekannt gegeben.

Kein Nachweis für frühere Kenntnis des Defekts

Stellantis argumentierte, dass zum Zeitpunkt der Klage noch keine endgültige Reparaturlösung vorlag, sondern nur eine temporäre Softwareaktualisierung zur Warnung der Fahrer. Zudem gebe es keine Beweise, dass das Unternehmen den Defekt vor dem Rückruf kannte.

Der Richter stimmte dem zu und verwies auf die Grundlage der Rückrufsentscheidung: 16 Kundenbeschwerden, 242 Garantieansprüche, 59 Feldberichte und 6 Kundenhilferekorde. Diese hätten Chrysler zur Rückrufaktion veranlasst.

Kläger erlebten das Problem nie selbst

Besonders bemerkenswert: Keiner der namentlich genannten Kläger berichtete, dass sein Fahrzeug tatsächlich abgeschaltet wurde. Dennoch fordern sie den Rückkauf ihrer Fahrzeuge zum Wert vor dem Rückruf. Die Klage zielt darauf ab, dass Chrysler die Fahrzeuge als „unverkäuflich“ einstufen und zurücknehmen muss.

Die rechtliche Auseinandersetzung zeigt, wie komplex Rückrufaktionen und damit verbundene Klagen sein können – besonders wenn Kunden nicht nur Reparaturen, sondern finanzielle Entschädigungen verlangen.

Quelle: CarScoops