In der heutigen Zeit der Betrugsmaschen – von Krypto über NFTs bis hin zu KI-gestützten Glücksspielen – mag es überraschen, dass schon in den 1990er-Jahren ein offensichtlicher Schwindel erfolgreich verkauft wurde: der Quadro Tracker, auch bekannt als Positive Molecular Locator.

Ein Gerät mit unmöglichen Fähigkeiten

Der Quadro Tracker versprach, nicht nur Drogen, Waffen und Sprengstoff zu erkennen, sondern auch spezifische Personen, Edelmetalle, tote Haustiere, Wildtiere und sogar Golfbälle. Das Gerät sollte mit einer „Locator Card“ arbeiten, die die „Signatur“ des gesuchten Objekts enthielt. Fortgeschrittene Modelle erlaubten sogar das Einlegen eines Polaroidfotos des Ziels.

Doch hinter der pseudowissenschaftlichen Fassade verbarg sich nichts weiter als eine leere Plastikbox. Wie sich herausstellte, enthielt das Gerät keinerlei Elektronik – nur ein paar Drähte und eine Antenne, die nicht einmal miteinander verbunden waren. Diese Antenne stammte sogar von einem alten Transistorradio.

Der Erfinder: Ein genialer Name oder reiner Zufall?

Hinter dem Quadro Tracker steckte Wade L. Quattlebaum, ein Name, der entweder wie eine Erfindung aus einem Cartoon klingt oder tatsächlich einem Gebrauchtwagenhändler aus South Carolina gehörte. In den frühen 1990er-Jahren begann Quattlebaum mit der Entwicklung eines Geräts, das verlorene Golfbälle finden sollte – doch am Ende entstand ein Apparat, der angeblich alles und jeden orten konnte.

FBI deckte den Betrug auf – doch die Behörden kauften trotzdem

Der FBI-Agent Ron Kelly wurde misstrauisch, nachdem ein Polizist ihm von dem Gerät berichtete. Kelly kaufte eines der Geräte und ließ es durch eine Röntgenmaschine scannen. Das Ergebnis: Die Box war hohl.

„Es erforderte nicht viel Aufwand, um festzustellen, dass es sich um eine Fälschung handelte.“

Trotz dieser Erkenntnis kauften Polizei und Schulen das Gerät weiterhin. In Texas und Florida wurde es eingesetzt – mit „gemischten Ergebnissen“. Ein texanischer Drogenfahnder gab zu:

„Manchmal fanden wir etwas, manchmal nicht. Die Erfolgsquote lag bei etwa fünfzig Prozent.“

Zum Vergleich: Die Aufklärungsquote für Gewaltverbrechen in Texas liegt bei knapp unter 40 Prozent. Der leere Plastikkasten mit der aufgeklebten Radioantenne war also nicht schlechter als die offizielle Polizeiarbeit.

Schulen als Hauptabnehmer des nutzlosen Geräts

Besonders skandalös: Mehrere Schulbezirke in Kansas zahlten jeweils 955 Dollar für die nutzlosen Geräte. Während die Polizei immerhin noch eine gewisse Erfolgsquote vorweisen konnte, gab es für Schulen keinerlei plausible Anwendung.

Der Quadro Tracker ist ein Paradebeispiel dafür, wie leicht Behörden und Institutionen auf offensichtliche Betrugsmaschen hereinfallen – selbst wenn die Beweise für den Schwindel direkt vor ihrer Nase liegen.

Quelle: AV Club