Der Waldboden war eine öde, braune Fläche – kein Farn, kein Gebüsch, keine Blumen und schon gar kein Wild. Nur Reihen von künstlich gepflanzten Jungbäumen überlebten. So beschrieb Reporter Nate Halverson die Situation, als er in der kalifornischen Wildnis nahe dem Lassen Peak nach Pilzen suchte.
Was er dort entdeckte, war kein Zufall: Das Gebiet war mit Glyphosat besprüht worden, dem umstrittenen Unkrautvernichter, besser bekannt unter dem Markennamen Roundup.
In einer aktuellen Folge des Podcasts Reveal präsentiert Halverson die Ergebnisse seiner einjährigen Recherche. Demnach setzt der US Forest Service gemeinsam mit Holzunternehmen Glyphosat in Rekordmengen ein – mit dem Ziel, durch Megafeuer zerstörte Waldflächen schnell wieder aufzuforsten.
Kritik an der Herbizid-Strategie
Experten wie Craig Thomas, ein Spezialist für Waldrestauration, warnen vor den fatalen Folgen dieser Praxis. „Die Allianz zwischen der chemischen Industrie und dem Forest Service muss dringend hinterfragt werden“, betont er. „Der Forest Service ist abhängig von Herbiziden wie Glyphosat – wir müssen ihn davon entwöhnen.“
Umstrittene Methode mit langfristigen Risiken
Glyphosat soll zwar konkurrierende Pflanzen vernichten, um den jungen Bäumen bessere Wachstumsbedingungen zu bieten. Doch die Chemikalie zerstört nicht nur Unkraut, sondern auch die natürliche Bodenvegetation. Das hat schwerwiegende Konsequenzen:
- Artensterben: Viele Pflanzen und Tiere verlieren ihren Lebensraum.
- Bodendegradation: Ohne schützende Vegetation erodiert der Boden schneller.
- Klimarisiko: Abgestorbene Pflanzen setzen gespeicherten Kohlenstoff frei.
Forderungen nach nachhaltigeren Alternativen
Umweltverbände und Wissenschaftler fordern seit Jahren, die Glyphosat-Nutzung in Wäldern zu stoppen. Statt auf chemische Keulen zu setzen, sollten natürliche Methoden wie kontrolliertes Brennen oder mechanische Unkrautbekämpfung gefördert werden. Diese schonen die Ökosysteme und unterstützen langfristig die Widerstandsfähigkeit der Wälder gegen Brände.
Doch die Praxis des Forest Service bleibt umstritten. Während die Behörde argumentiert, dass Glyphosat für die schnelle Aufforstung unverzichtbar sei, wächst der Widerstand in der Bevölkerung. Immer mehr Stimmen fordern eine Kehrtwende – hin zu einer ökologisch verträglichen Waldbewirtschaftung.