Das US-Justizministerium (DOJ) hat Apple und Google per richterlicher Anordnung aufgefordert, Daten von mindestens 100.000 Nutzern der App EZ Lynk Auto Agent herauszugeben. Die Anfrage ist Teil einer laufenden Untersuchung gegen das Unternehmen EZ Lynk, das beschuldigt wird, Kunden bei der Manipulation von Fahrzeugemissionen unterstützt zu haben.
Bereits 2021 hatte das DOJ EZ Lynk verklagt, weil das Unternehmen angeblich nicht mit einer Umweltbehörde kooperierte. Im Zentrum der Vorwürfe steht die Behauptung, EZ Lynk habe gezielt Tools bereitgestellt, um das Clean Air Act zu umgehen – etwa durch das Ausschalten von Abgasreinigungssystemen.
Datenschützer und Verbraucherschützer zeigen sich besorgt über den Umfang der angeforderten Daten. Wie Forbes berichtet, kritisieren EZ Lynks Anwälte in einem gemeinsamen Schreiben mit dem DOJ an das Gericht, dass die Identität, Adressen und Kaufhistorien der Nutzer für die Ermittlungen nicht relevant seien.
„Diese Anfragen nach personenbezogenen Daten von potenziell Hunderttausenden gehen weit über das hinaus, was für diesen Fall notwendig ist, und werfen ernsthafte Datenschutzbedenken auf.“
Das DOJ argumentiert hingegen, dass Nutzer durch die Zustimmung zu den Nutzungsbedingungen auf ihre Privatsphäre verzichtet hätten. Zusätzlich wurden auch Walmart und Amazon aufgefordert, Namen und Adressen von Käufern der EZ Lynk-Hardware bereitzustellen.
EZ Lynk: Vielseitiges Tool mit illegalem Potenzial
Die App und das dazugehörige Hardware-Modul OBDII Auto Agent werden offiziell als Diagnose- und Überwachungstools für Werkstätten und Fuhrparkmanager beworben. Sie ermöglichen unter anderem die Auslesung von Fahrzeugdaten, die Anpassung von Motorsteuerungen oder die Überprüfung elektronischer Fahrtenbücher. Doch das Tool wird auch genutzt, um Abgassysteme gezielt zu manipulieren – etwa durch das Entfernen von Partikelfiltern oder das Deaktivieren der Abgasrückführung.
Obwohl die US-Umweltschutzbehörde EPA seit 2023 die Prioritäten geändert hat und Manipulationen an OBDII-Systemen nicht mehr strafrechtlich verfolgt, setzt das Justizministerium seine Ermittlungen gegen EZ Lynk fort. Selbst ehemalige Verurteilte wegen illegaler Fahrzeugmanipulationen erhielten unter der aktuellen Regierung Begnadigungen.
Die Kontroverse zeigt, wie schwer es ist, zwischen legitimer Nutzung und illegalen Praktiken zu unterscheiden – besonders wenn Technologien wie EZ Lynk sowohl für legale als auch illegale Zwecke eingesetzt werden können.