Kongress verschiebt Entscheidung über Überwachungsgesetz – diesmal nur um 45 Tage

Der US-Kongress hat die umstrittene Überwachungsbefugnis nach Abschnitt 702 des Foreign Intelligence Surveillance Act (FISA) erneut verlängert. Noch kurz vor Ablauf der Frist stimmte der Senat dem Vorschlag zu, gefolgt vom Repräsentantenhaus. Die Regelung erlaubt die warrantlose Überwachung ausländischer Ziele, doch dabei werden auch Kommunikationen mit US-Bürgern erfasst. Kritiker sehen darin einen Verstoß gegen Datenschutzrechte.

Transparenzforderungen nach Geheimgerichtsurteil

Die 45-tägige Verlängerung gibt dem Kongress Zeit, eine dauerhafte Lösung zu finden. Gleichzeitig fordert eine Gruppe von Senatoren unter Führung von Tom Cotton (Republikaner) und Mark Warner (Demokraten) die schnelle Freigabe eines geheimen Urteils des Foreign Intelligence Surveillance Court (FISC). Senator Ron Wyden (Demokrat) hatte sich zuvor gegen eine kurzfristige Verlängerung ausgesprochen, bis die Forderung nach Transparenz erfüllt wurde.

Laut Wyden soll die Declassifizierung innerhalb von 15 Tagen abgeschlossen sein. Das Urteil vom 17. März blockierte der Justizminister, da es die Nutzung bestimmter Analysetools untersagte. Wyden betonte kürzlich:

„Vor wenigen Wochen stellte das FISC erhebliche Compliance-Probleme im Zusammenhang mit Abschnitt 702 fest. Diese betreffen direkt die verfassungsmäßigen Rechte von US-Bürgern.“

Haus und Senat uneins über Reformen

Während das Repräsentantenhaus diese Woche eine dreijährige Verlängerung mit Änderungen verabschiedete, scheiterte ein zentraler Punkt: Die Aufnahme einer Regelung zum Verbot einer digitalen Zentralbankwährung. Mehrheitsführer John Thune (Republikaner) bestätigte, dass dieser Zusatz im Senat keine Mehrheit finden würde.

Präsident Donald Trump hatte zuvor eine „saubere“ 18-monatige Verlängerung ohne Auflagen gefordert. Doch der Kongress entschied sich erneut für einen kurzfristigen Kompromiss. Die Abstimmung im Repräsentantenhaus endete mit 261 zu 111 Stimmen für die 45-Tage-Verlängerung.

Kritik an „ewigem Aufschieben“

Die erneute Fristverlängerung unterstreicht ein bekanntes Muster: Jedes Mal, wenn die Überwachungsbefugnis ausläuft, wird die Entscheidung vertagt. Datenschützer und Abgeordnete kritisieren diese Praxis als „ewiges Aufschieben“ und fordern eine grundlegende Reform des Gesetzes.

Quelle: CyberScoop