In den letzten Monaten hat Trader Joe’s Tausende Packungen Focaccia und Tiefkühl-Reis aus den Regalen genommen. Der Grund: mögliche Metall- oder Glasfragmente in den Produkten. Wer nun besorgt ist, ob auch andere beliebte TJ-Produkte wie Cookie Butter oder "Everything But the Bagel"-Cracker betroffen sein könnten, ist nicht allein.
Auf der Website betont das Unternehmen, dass es solche Vorfälle „persönlich sehr ernst nimmt“. Die Food-Bloggerin Monti Carlo, die Rückrufe auf ihrem Substack analysiert, berichtete im November, dass die Flut an Meldungen im Herbst kaum noch zu überblicken war: „Es gab eine Listerien-Epidemie bei Fertigpasta, eine Botulismus-Gefahr bei Säuglingsnahrung von ByHeart und Rückrufe bei Maiswürstchen wegen möglicher Holzsplitter im Teig.“
„Man fragt sich: Was geht hier vor?“
„Die Antwort ist komplex. Das Lebensmittelsicherheitssystem steht seit einem Jahr unter massivem Druck.“
Experten zufolge hat die aktuelle Krise mehrere Ursachen. Der 43-tägige Regierungsstillstand im letzten Herbst führte zur vorübergehenden Freistellung von über 30.000 Mitarbeitern im Gesundheitsministerium. Dadurch verzögerten sich nicht nur die Kommunikation der CDC, sondern auch Inspektionen von Lebensmittelbetrieben.
Hinzu kamen Massenentlassungen unter der Trump-Administration: Bis Ende 2025 sollten 3.859 FDA- und 2.499 CDC-Mitarbeiter entlassen werden – Teil einer Umstrukturierung unter Robert F. Kennedy Jr. mit dem Ziel, Kosten zu senken. „Das würde Lebensmittelvergiftungen nicht verhindern, sondern nur deren Bekanntwerden unterbinden“, warnen Kritiker.
Wie sich die Kürzungen langfristig auswirken, ist noch unklar. Doch bereits jetzt zeigt sich: Ein System, das ohnehin an seine Grenzen stößt, bricht weiter zusammen. Eine März-2025-Studie von Consumer Reports bestätigt, dass das Budget der Lebensmittelüberwachung schon vor dem Regierungswechsel „völlig unzureichend“ war, um die notwendige Kontrolle zu gewährleisten.
Wer kontrolliert eigentlich was?
Die Zuständigkeiten in den USA sind klar aufgeteilt: Die USDA Food Safety and Inspection Service überwacht tierische Produkte wie Fleisch und Geflügel. Für alle anderen Lebensmittel ist die FDA zuständig. Während USDA-Betriebe oft kontinuierlich kontrolliert werden, besucht die FDA viele Hersteller nur einmal im Jahr. Die tägliche Überwachung liegt dann bei den Unternehmen selbst.
Lokale Gesundheitsbehörden sind häufig die Ersten, die Krankheitsfälle erkennen und auf Lebensmittel zurückführen. Die FDA kann Inspektionen an diese Behörden delegieren, konzentriert sich aber meist auf den Einzelhandel. Werden Fälle in mehreren Bundesstaaten gemeldet, springt das CDC ein, um die Ermittlungen zu koordinieren und die zuständigen Stellen zu informieren.
Ein fragiles System – das unter den aktuellen Bedingungen noch anfälliger wird.