Ein Horrorfilm, der seinen Titel nicht verdient

Jacob Oller und Monica Castillo von A.V. Club nehmen Lee Cronins The Mummy unter die Lupe – und kommen zu einem klaren Fazit: Der Film ist weder ein klassischer Mumien-Horror noch ein gelungener Studio-Blockbuster. Stattdessen wirkt er wie eine überlange, verwirrende Mischung aus Exorzismus-Film und kultureller Aneignung.

Warum der Titel irreführend ist

Jacob Oller eröffnet das Gespräch mit einem kritischen Blick auf den Filmtitel: Lee Cronin hat bisher nur einen bekannten Film gedreht – und dieser ist kein Mumienfilm. Stattdessen dominiert eine Handlung, die stark an The Exorcist erinnert. "Dieser Film hat kaum etwas mit einer Mumie zu tun", sagt Oller. "Vielmehr fühlt es sich an wie die Extended Edition eines zufälligen Blumhouse-Besessenheitsfilms."

Mit einer Laufzeit von 133 Minuten stellt sich zudem die Frage: Warum so lang? Die beiden Kritiker sind sich einig, dass der Film trotz seiner epischen Länge kaum Substanz bietet. Stattdessen wirkt er wie ein überladener Mix aus verschiedenen Horror-Genres, der am Ende mehr Fragen aufwirft als beantwortet.

Kulturelle Aneignung und verwirrende Handlung

Monica Castillo ergänzt: Der Film bedient sich bei 'The Exorcist' und packt die Handlung in ein Mumien-Kostüm. Besonders absurd: Eine Mumie, die den Körper eines kleinen Mädchens übernimmt, und Gebete an einen Gott, der erst Jahrtausende nach der Handlung entstand, sollen wirksam sein? "Ich verließ das Kino mit mehr Fragen als dieser Film verdient", so Castillo.

Ein weiteres Problem: Die Darstellung Ägyptens und seiner Kultur. Oller kritisiert die exotisierende Darstellung der Ägypter, die vor allem dazu dient, eine moderne Detektivin aus Kairo durch eine zufällige ägyptische Frau zu ersetzen – die in nur 90 Minuten von Ägypten in die USA reist. "Das ist kein Mumienfilm, sondern ein Exorzismus-Film mit ägyptischem Setting", urteilt er.

Visuelle Effekte und historische Vergleiche

Castillo verweist auf die 1932er-Verfilmung von 'The Mummy' mit Boris Karloff, die trotz ihrer manierierten Inszenierung überzeugendere Make-up-Effekte bietet als Cronins Film aus dem Jahr 2026. Besonders die Darstellung der „Mumie“ Katie, die im Laufe des Films immer mehr zu einem CGI-Blob verkommt, wird als enttäuschend bewertet.

"Lee Cronins 'The Mummy' ist kein Mumienfilm – er ist ein überladener, verwirrender Exorzismus-Film mit kulturellen Klischees und schlechten CGI-Effekten."

Fazit: Ein Film, der seine Vorlage nicht trifft

Beide Kritiker sind sich einig: Der Film enttäuscht auf ganzer Linie. Statt einer spannenden Mumien-Geschichte gibt es eine verwirrende Handlung, die an The Exorcist II: The Heretic erinnert – allerdings ohne dessen visuelle Brillanz. Die Mischung aus Horror, Exorzismus und kultureller Aneignung wirkt willkürlich und unausgeglichen.

Castillo resümiert: "Wenn der Film schon nicht als Mumienfilm funktioniert, dann sollte er wenigstens als eigenständiger Horrorfilm überzeugen – tut er aber nicht."

Quelle: AV Club