Klage gegen Meta: Systematische Täuschung durch Scam-Anzeigen
Der US-Verbraucherverband Consumer Federation of America (CFA) hat gegen Meta eine Klage als Sammelklage eingereicht. Der Vorwurf: Das Unternehmen habe Nutzer von Facebook und Instagram systematisch über betrügerische Werbeanzeigen im Unklaren gelassen und damit gegen Verbraucherschutzgesetze in Washington D.C. verstoßen.
Vorwürfe der Verbraucherschützer
Die Klage basiert auf zahlreichen Beispielen angeblicher Scam-Anzeigen, die der CFA im Werbe-Archiv von Meta gefunden haben will. Dazu gehören unter anderem Anzeigen für ein „kostenloses Regierungs-iPhone“ oder falsche Versprechungen über 1.400-Dollar-Schecks für bestimmte Geburtsjahrgänge. Viele dieser Anzeigen nutzen laut CFA KI-generierte Videos.
Meta wirft Profite über Nutzerinteressen
Die Verbraucherschützer werfen Meta vor, Risiko-Werbetreibende gezielt zu bevorzugen, indem das Unternehmen höhere Gebühren von fragwürdigen Anzeigenkunden verlangt, statt sie zu sperren. „Je riskanter der Werbetreibende, desto mehr Geld macht Meta“, heißt es in der Klageschrift.
Die Vorwürfe sind nicht neu: Bereits im vergangenen Jahr berichtete Reuters über interne Dokumente, die zeigten, dass Meta Milliarden mit Anzeigen für Scams und verbotene Produkte verdient. Gleichzeitig erschwerten interne Prozesse den Kampf gegen betrügerische Werbung.
Metas Reaktion: „Wir kämpfen gegen Scams“
Ein Meta-Sprecher wies die Vorwürfe zurück und betonte, das Unternehmen nehme Scams ernst:
„Wir bekämpfen Scams auf unseren Plattformen – allein im letzten Jahr haben wir über 159 Millionen betrügerische Anzeigen entfernt, 92 % davon, bevor jemand sie meldete. Zudem sperrten wir 10,9 Millionen Accounts, die mit Betrugscentern in Verbindung standen.“
Meta argumentiert, dass Scams schlecht für das Geschäft seien, da weder Nutzer noch Werbetreibende sie wollen. Die Klage des CFA stellt dies jedoch infrage und wirft dem Konzern vor, Nutzer bewusst in die Irre zu führen.
Hintergrund: Metas Werbepolitik unter der Lupe
- Systematische Täuschung: Laut Klage hat Meta Nutzer nicht ausreichend über Scam-Anzeigen aufgeklärt.
- Profit vor Sicherheit: Fragwürdige Werbetreibende zahlen höhere Gebühren, statt gesperrt zu werden.
- Interne Dokumente: Berichte zeigen, dass Meta Milliarden mit Scam-Anzeigen verdient.