Helena, Montana – Die Gesundheitsbehörden des Bundesstaates Montana haben ihre Pläne zur Einführung einer Medicaid-Erstattung für Doulas wieder aufgenommen. Zuvor war die Umsetzung aufgrund von Haushaltsproblemen ausgesetzt worden. Jon Ebelt, Sprecher des Montana Department of Public Health and Human Services, bestätigte, dass ein Antrag an die Bundesregierung vorbereitet wird, um Doula-Leistungen in das Medicaid-Programm aufzunehmen.

Die geschätzten Kosten für das erste Jahr belaufen sich auf etwa 118.000 US-Dollar. Ebelt betonte, dass die Pläne nun wie vorgesehen voranschreiten. Noch im März hatte das Gesundheitsministerium gegenüber KFF Health News erklärt, die Umsetzung sei aufgrund des Haushaltsdefizits gestoppt worden. Ebelt widersprach dieser Darstellung und verwies auf laufende Analysen.

Bevor die Erstattungen beginnen können, müssen die Änderungen am Medicaid-Programm von den Bundesbehörden genehmigt werden. Bereits 25 weitere US-Bundesstaaten übernehmen die Kosten für Doula-Leistungen über Medicaid.

Doulas: Wichtige Unterstützung in der Schwangerschaft

Doulas sind ausgebildete, nicht-medizinische Fachkräfte, die Schwangere und Mütter während und nach der Geburt begleiten. Studien zeigen, dass ihre Unterstützung zu weniger Komplikationen führt. Besonders in ländlichen und indigenen Gemeinden Montanas, wo die medizinische Versorgung oft knapp ist, wird dieser Service dringend benötigt.

Sheri Walker, Doula aus Helena und Präsidentin der Montana Doula Collaborative, erklärte:

„Es gibt einen großen Bedarf und eine hohe Nachfrage nach Doula-Leistungen. Doch viele können es sich nicht leisten. Deshalb müssen viele von uns nebenbei noch anderen Berufen nachgehen.“

Walker arbeitet neben ihrer Doula-Tätigkeit auch als Teilzeit-Krankenschwester in der Geburtshilfe. Am 25. März hatte eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums in einer E-Mail an KFF Health News noch mitgeteilt, dass die Umsetzung der Doula-Erstattung „zum gegenwärtigen Zeitpunkt“ nicht weiterverfolgt werde. Unklar sei zudem, ob das Ministerium während der Haushaltskrise überhaupt berechtigt sei, neue Leistungen einzuführen.

Politische Unterstützung und Haushaltsdruck

Senatorin Cora Neumann, Demokratin und Initiatorin des Gesetzes zur Doula-Erstattung, erfuhr erst durch die Berichterstattung von KFF Health News von den Plänen des Gesundheitsministeriums. Sie und Unterstützer der Gesetzesinitiative kontaktierten daraufhin die Behörden und argumentierten, dass Doula-Leistungen eine kostengünstige Möglichkeit seien, hochwertige Versorgung zu gewährleisten.

Montana steht jedoch vor einem massiven Haushaltsproblem: Das Medicaid-Defizit beträgt in diesem Jahr über 177 Millionen US-Dollar, und für das nächste Jahr wird eine ähnliche Lücke erwartet. Zudem könnten bundesweite Politikänderungen die Kosten weiter in die Höhe treiben. Dennoch setzen sich Befürworter für die Umsetzung ein, da Doula-Leistungen nachweislich die Gesundheit von Müttern und Kindern verbessern.