Forschende haben in einer klinischen Studie herausgefunden, dass das Medikament (Z)-Endoxifen die mammografische Brustdichte bei Frauen effektiv und mit deutlich weniger Nebenwirkungen als das Standardpräparat Tamoxifen reduzieren kann. Sollten sich diese Ergebnisse in weiteren Studien bestätigen, könnte Endoxifen eine vielversprechende Alternative zur Brustkrebsprävention werden.
Brustdichte als Risikofaktor für Brustkrebs
Fast die Hälfte aller Frauen ab 40 Jahren haben dichte Brustgewebe, was das Brustkrebsrisiko erhöhen kann. Eine aktuelle Studie, veröffentlicht im Journal of the National Cancer Institute, untersucht nun einen neuen Ansatz zur Senkung dieses Risikos. Dabei steht das Medikament (Z)-Endoxifen im Fokus – ein Stoffwechselprodukt von Tamoxifen, das bereits seit langem in der Brustkrebsbehandlung eingesetzt wird.
Die KARISMA-Endoxifen-Studie: Methodik und Teilnehmerinnen
Die KARISMA-Endoxifen-Studie war eine doppelblinde, randomisierte und placebo-kontrollierte Phase-II-Studie, an der 240 gesunde Frauen im Alter von 40 bis 55 Jahren teilnahmen. Die Probandinnen wurden zwischen Dezember 2021 und November 2023 aus dem schwedischen nationalen Brustkrebs-Screening-Programm rekrutiert. Voraussetzung für die Teilnahme war ein regelmäßiger Menstruationszyklus oder der Nachweis des prämenopausalen Status durch Bluttests sowie eine nachweisbare Brustdichte in der Baseline-Mammografie. Frauen, die Medikamente einnahmen, die den Endoxifen-Stoffwechsel beeinflussen könnten, wurden ausgeschlossen.
Die Teilnehmerinnen wurden zufällig drei Gruppen zugeteilt, die über sechs Monate täglich orale Kapseln einnahmen:
- Placebo-Gruppe
- Gruppe mit 1 mg (Z)-Endoxifen
- Gruppe mit 2 mg (Z)-Endoxifen
Da es sich um eine doppelblinde Studie handelte, wussten weder die Teilnehmerinnen noch die Forschenden, wer welche Behandlung erhielt. Dies sollte Verzerrungen in den Ergebnissen verhindern.
Messung der Brustdichte und Sicherheit
Die Brustdichte wurde mithilfe von digitalen Mammografien zu Beginn, nach drei und sechs Monaten sowie bei vorzeitigem Studienabbruch gemessen. Eine spezielle automatisierte Methode namens STRATUS analysierte die Brustdichte in Quadratzentimetern. Um Messfehler zu minimieren, wurden die Bilder ausgerichtet. Die Sicherheit und Verträglichkeit des Medikaments wurden durch regelmäßige Überprüfung der Vitalwerte, Blutchemie sowie durch digitale Anwendungen und Fragebögen bewertet. Zur Bewertung der Verträglichkeit diente der Breast Cancer Prevention Trial Eight Symptom Scale (BESS Plus), ein validierter Symptomfragebogen, ergänzt um Fragen zu tamoxifen-typischen Nebenwirkungen.
Ergebnisse: Weniger Nebenwirkungen, gleiche Wirkung
Von den über 126.000 eingeladenen Frauen wurden 240 in die Studie aufgenommen und randomisiert. Die Ergebnisse zeigen, dass beide Dosierungen von (Z)-Endoxifen die Brustdichte signifikant reduzierten – und das mit deutlich weniger Nebenwirkungen als Tamoxifen. Dies könnte die Therapietreue der Patientinnen erhöhen und langfristig die Brustkrebsprävention verbessern.
„Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass (Z)-Endoxifen eine sichere und wirksame Alternative zu Tamoxifen sein könnte. Besonders die geringere Nebenwirkungsrate könnte die Akzeptanz bei den Patientinnen deutlich steigern.“ – Studienautorin
Ausblick: Weitere Forschung notwendig
Obwohl die Ergebnisse vielversprechend sind, müssen weitere Studien durchgeführt werden, um die langfristigen Auswirkungen und die optimale Dosierung von (Z)-Endoxifen zu bestätigen. Sollten sich die positiven Effekte bestätigen, könnte das Medikament in Zukunft eine wichtige Rolle in der Brustkrebsprävention spielen.