Otter AI, bekannt für seine Echtzeit-Transkription von Online-Meetings, erweitert seine KI-Funktionen, um Gespräche als institutionalisiertes Wissen nutzbar zu machen. Das Unternehmen integriert seine Plattform mit gängigen Business-Tools wie Google Drive, Jira, Salesforce und Notion. Dadurch kann die KI Live-Daten aus diesen Anwendungen abrufen, um präzisere Antworten auf Nachfragen zu liefern – etwa durch Verknüpfung von Meeting-Inhalten mit Kundendatenbanken oder Projektplänen.
Zusätzlich ermöglicht Otter nun die Anbindung externer KI-Agenten wie ChatGPT oder Claude über das Model Context Protocol (MCP). Diese können mit Erlaubnis auf Otter-Daten zugreifen und so kollektives Meeting-Wissen für weitere Analysen nutzen. Nutzer profitieren zudem von verbesserten Chat-Funktionen, die gezielt Wissen aus einzelnen oder mehreren Meetings sowie anderen Datenquellen extrahieren.
Ziel: Wissen aus Meetings systematisch erschließen
Sam Liang, Mitgründer und CEO von Otter AI, betont, dass viele Unternehmen ihr Wissen primär in Meetings teilen – doch dieses Wissen bleibt oft ungenutzt. «Dokumente veralten schnell, während Meeting-Updates aktuell bleiben», erklärt er. Trotz der Erkenntnis, dass Angestellte einen Großteil ihrer Zeit in Meetings verbringen, fehle es an einfachen Zugriffsmöglichkeiten auf diese Informationen. Selbst KI-Transkripte landen häufig nur in individuellen Nutzerkonten statt im gesamten Team.
Otter begegnet diesem Problem mit „Channels“ – geteilten Arbeitsbereichen, in denen Teams auf Meeting-Aufzeichnungen und Transkripte zugreifen können. Die KI soll dabei helfen, neue Erkenntnisse aus Sammlungen von Gesprächen zu gewinnen, etwa durch die Auswertung von Trends in Verkaufsgesprächen oder Abteilungsmeetings.
Neue Desktop-App und Datenschutz-Fokus
Eine aktualisierte Otter-Desktop-App für Mac und Windows erleichtert die lokale Aufzeichnung von Meetings. Gleichzeitig bietet das Unternehmen Unternehmen die Möglichkeit, Otters KI-Agent diskret in Plattformen wie Zoom einzubinden – mit klarer Kennzeichnung, dass die Sitzung aufgezeichnet wird. Dies soll Transparenz und Akzeptanz bei Nutzern erhöhen.
Datenschutz und Compliance stehen dabei im Mittelpunkt: Unternehmen können über „Channels“ steuern, wer Zugriff auf Meetings hat. Zudem lässt sich die Speicherdauer von Audioaufnahmen und Transkripten individuell festlegen. «Wir bieten Mechanismen zur Datenaufbewahrung, damit Unternehmen selbst entscheiden können, wie lange sie Aufzeichnungen behalten», so Liang. Nutzer können die Aufzeichnung jederzeit pausieren oder den KI-Notizdienst komplett ausschalten.
«Meeting-Wissen wird oft unterschätzt. Mit Otter AI machen wir es systematisch nutzbar – für Teams und KI-Agenten gleichermaßen.»
Sam Liang, CEO von Otter AI