Wenn der Pickup zur Motorsäge wird

In den 1970er-Jahren bot Ford für den F-250 eine ungewöhnliche Sonderausstattung an: eine montierbare Kettensäge. Die Säge stammte nicht von Ford selbst, sondern vom Hersteller Ohlsson Rice (später Orline) und wurde unter dem Ford-Label vertrieben. Über den Traktorhändlern des Konzerns konnte man die Säge direkt mit dem Fahrzeug erwerben – inklusive Halterung für die innere Kotflügelseite des Pickups.

Laut einem internen Memo von 1971 gab es drei Modelle: Eagle I, Eagle II und Hawk, jeweils mit 14- oder 16-Zoll-Schienen. Wer einen F-250 mit Camper-Ausstattung besaß, war damit nie mehr auf Brennholz angewiesen oder musste sich über umgestürzte Bäume auf Wanderwegen ärgern. Heute sind sowohl die Säge als auch die Halterung extrem selten – Sammler bewahrten die Kuriosität oft als Nostalgie-Stück auf, lange bevor Oldtimer-Fans die Option wiederentdeckten.

Chevrolet lieferte das Gewehr gleich mit

Chevrolet setzte in den 1980er-Jahren auf eine ganz andere Zielgruppe: Jäger. Wer im Herbst 1985 einen neuen K10 Pickup oder Blazer mit der „Outdoorsman“-Ausstattung orderte, konnte optional ein Winchester Model 94AE XTR .30-30 Repetiergewehr mitnehmen. Die Waffe war fest im Fahrzeug integriert und sollte Jägern den Einstieg in die Jagdsaison erleichtern.

Die Kombination aus robustem Geländewagen und Jagdgewehr war damals ein cleverer Marketingansatz – besonders in ländlichen Regionen, wo Jäger und Autokäufer oft dieselbe Kundschaft waren. Heute ist diese Option ein begehrtes Sammlerstück, das die Verbindung von Automobil und Freizeitkultur der 1980er-Jahre dokumentiert.

DeSoto und die Musik im Fond

Nicht alle kuriosen Ausstattungen dienten praktischen Zwecken – manche waren einfach nur luxuriös. In den 1950er-Jahren bot DeSoto für seine Limousinen einen Plattenspieler im Fond an. Der „DeSoto Record Player“ ermöglichte es Passagieren, während der Fahrt Musik zu genießen – eine damals revolutionäre Idee, die heute wie ein Relikt aus einer anderen Ära wirkt.

Die Technik war simpel, aber genial: Ein kleiner Plattenspieler, der in die Armlehne oder das Armaturenbrett integriert war, spielte Schallplatten ab. Für die damalige Zeit war dies ein Statement von Luxus und Komfort, das heute vor allem Sammler begeistert. Wer heute noch eines dieser Fahrzeuge mit Original-Plattenspieler findet, hat ein echtes Unikat in seinen Händen.

Fazit: Kurios, aber mit Charme

Diese drei Beispiele zeigen, wie Hersteller einst versuchten, mit ungewöhnlichen Extras Käufer zu begeistern. Manche Ideen waren ihrer Zeit voraus, andere einfach nur skurril. Doch eines haben sie gemeinsam: Sie erzählen Geschichten über den Wandel von Mobilität, Freizeit und Luxus – und machen Oldtimer heute zu mehr als nur fahrbaren Untersätzen.

Quelle: Hagerty