Die Ölpreise haben nach dem gescheiterten Attentat beim Weißen Haus-Haushaltsdinner (WHCD) erneut die Marke von 110 Dollar pro Barrel überschritten – ein Niveau, das seit Beginn des Iran-Konflikts nicht mehr erreicht wurde. Doch während die Krise im Strait of Hormuz weiter eskaliert, bleibt eine Frage offen: Wo ist Stephen Miller?
In den Tagen nach dem Attentat reagierte die Trump-Administration mit zwei ungewöhnlichen Forderungen. Zum einen drängt das Weiße Haus auf den Bau eines neuen Ballsaals im Ostflügel – trotz monatelanger Zusagen, das Projekt privat zu finanzieren. Einige republikanische Abgeordnete fordern nun sogar, dass der Kongress Hunderte Millionen Dollar für die Umsetzung bereitstellen soll.
Zum anderen richtet sich der Zorn der First Lady Melania Trump und ihres Mannes gegen den Moderator Jimmy Kimmel. Dieser hatte in seiner Show einen sarkastischen Scherz über ihr Alter gemacht. Die Trumps warfen ihm vor, damit zu Gewalt aufzurufen, und forderten seinen Rauswurf. „Menschen wie Kimmel sollten nicht jeden Abend in unsere Häuser eindringen, um Hass zu verbreiten“, schrieb Melania Trump auf X.
Doch während die Administration mit diesen Themen die öffentliche Debatte dominiert, fehlt ein zentraler Akteur: Stephen Miller. Der umstrittene Berater, der nach der Ermordung des konservativen Aktivisten Charlie Kirk 2024 eine aggressive Kampagne gegen die „linke Inlandsterrorismus“-Bewegung anführte, ist seit dem WHCD-Angriff kaum noch präsent.
Damals war Miller omnipräsent in den Medien und auf X (ehemals Twitter), wo er mit apokalyptischen Rhetoriken gegen die politische Linke wetterte. „Dies ist kein gewöhnlicher politischer Konflikt, sondern ein existenzieller Kampf“, erklärte er damals. Doch seit dem Attentat am WHCD bleibt er seltsam still.
Warum ist Miller verschwunden? Mögliche Gründe:
- Strategische Zurückhaltung: Die Administration könnte bewusst auf eine weniger polarisierende Kommunikation setzen, um nach dem Attentat nicht noch mehr Öl ins Feuer zu gießen.
- Interne Machtkämpfe: Miller, bekannt für seine harten Positionen, könnte an Einfluss verloren haben – besonders, wenn die Trump-Familie eine weniger konfrontative Linie verfolgt.
- Medienstrategie: Statt Miller könnten jetzt andere Stimmen die öffentliche Debatte prägen, um die Botschaften gezielter zu steuern.
Eines ist klar: Während die Ölpreise steigen und die politische Spannung wächst, bleibt eine Schlüsselfigur der Trump-Ära auffällig abwesend. Die Frage, was Miller plant – oder warum er sich zurückzieht – ist derzeit unbeantwortet.