Die Hawkins-Kids kehren als Kinder zurück
Die letzte Staffel von Stranger Things zeigte die Charaktere nicht mehr als Kinder, sondern als Erwachsene, die ihre Kämpfe gegen das Böse im Upside Down hinter sich lassen wollten. Doch mit Stranger Things: Tales From ’85 gibt es ein überraschendes Comeback: Die Serie bringt Mike, Will, Lucas, Dustin, Eleven und Sam zurück in ihre Jugend – in animierter Form.
Ein Neuanfang zwischen Staffel 2 und 3
Die Serie spielt zwischen der zweiten und dritten Staffel des Originals und setzt dort an, wo die Kinder noch unschuldig und voller Abenteuerdrang waren. Nach den traumatischen Erlebnissen im Upside Down wirkt die Rückkehr zu einer unbeschwerten Zeit wie eine Erholung. Die erste Episode beginnt mit einer ikonischen Szene: Die Kids stürmen aus ihren Häusern, fahren mit ihren Fahrrädern durch den Schnee zur Schule – ein Bild, das Fans sofort an die frühen Staffeln erinnert.
Animation löst ein zentrales Problem
Die Originalserie benötigte neun Jahre für fünf Staffeln mit 42 Episoden. In dieser Zeit wuchsen die jungen Schauspieler zu Erwachsenen heran, was die Darstellung von Teenagern zunehmend unrealistisch machte. Die Animation von Tales From ’85 umgeht dieses Problem elegant: Dustin behält zwar seine Zähne, wirkt aber nicht wie ein Erwachsener, und Eleven sieht nicht aus wie eine Mutter. Die Serie bleibt damit optisch treu zum Geist der 80er-Jahre.
Neue Stimmen, neuer Charme
Einziger Nachteil: Keiner der Original-Darsteller leiht seinen Charakteren die Stimme. Stattdessen übernehmen neue Synchronsprecher die Rollen. Die Übergänge sind größtenteils gelungen, auch wenn einige Stimmen leicht abweichen:
- Luca Diaz als Mike klingt weniger schrill als Finn Wolfhard in Staffel 2.
- Jolie Hoang-Rappaport als Max zeigt mehr emotionale Tiefe als Sadie Sink.
- Braxton Quinney als Dustin übernimmt gelegentlich einen Südstaaten-Akzent, den Gaten Matarazzo nicht nutzte.
- Brett Gipson als Steve wirkt dagegen wie eine generische Cartoon-Figur und entfernt sich stark von David Harbours Darstellung.
Trotz dieser Anpassungen festigt die Serie ihren Status als eigenständiges Spin-off – ähnlich wie Ghostbusters oder Godzilla: The Series in animierter Form.
Leichter Ton, neue Abenteuer
Im Gegensatz zum Original verzichtet Tales From ’85 auf drastische Gewalt und derbe Sprache. Stattdessen setzt die Serie auf ein neues Abenteuer, das die Kids in eine mysteriöse Bedrohung durch kontaminierte Sporen verwickelt. Die erste Episode deutet bereits an, dass die harmlose Atmosphäre trügt.
Fazit: Ein gelungener Neuanfang
Stranger Things: Tales From ’85 beweist, dass das Franchise auch ohne die Original-Stimmen funktioniert. Die Animation bringt die Nostalgie zurück, während die neue Handlung frischen Wind in die Serie bringt. Wer die frühen Staffeln liebte, wird hier eine charmante Hommage finden.