WASHINGTON, D.C. – Die offizielle Darstellung des Schießvorfalls beim Weißen Haus-Korrespondenten-Dinner (WHCD) am 11. April 2026 wird nicht nur von Kritikern des ehemaligen Präsidenten Donald Trump infrage gestellt. Auch einige seiner Anhänger glauben nicht an die Version der Behörden.

Das geht aus einer kürzlich durchgeführten Fokusgruppe hervor, die der Publizist und Bulwark-Herausgeberin Sarah Longwell organisiert hatte. Neun Teilnehmer:innen, die Trump sowohl 2020 als auch 2024 gewählt hatten, wurden befragt – alle äußerten mittlerweile Kritik an seiner Präsidentschaft. Sechs von ihnen vermuten hinter dem Vorfall eine „Psyop“ oder Inszenierung.

„Es ergibt keinen Sinn, dass jemand dem Präsidenten der Vereinigten Staaten so oft so nah kommen könnte“, sagte eine Teilnehmerin. „Ich darf nicht mal ein Baseballspiel mit einer Dose Diät-Cola besuchen, ohne dass ein Metalldetektor durchsucht oder meine Taschen geleert werden.“

Ein weiterer Teilnehmer äußerte den Verdacht, der Vorfall sei ein „Trick“, um Trump den Bau eines neuen Ballsaals im Weißen Haus zu ermöglichen: „Ich habe das Gefühl, das war eine Masche, um an seinen gewünschten Ballsaal zu kommen.“

Keine Belege für die Verschwörungstheorien

Cole Tomas Allen, ein Lehrer aus Kalifornien, wurde als mutmaßlicher Attentäter identifiziert. Gegen ihn wird wegen versuchten Mordes ermittelt. Doch die Fokusgruppe stützt ihre Zweifel vor allem auf zwei Argumente: Zum einen sei es unwahrscheinlich, dass so viele Attentatsversuche auf Trump scheiterten, zum anderen verwiesen sie auf die brutale Machtpolitik in Washington, wie sie etwa in der Netflix-Serie House of Cards dargestellt werde.

Einige Teilnehmer:innen deuteten sogar eine Aussage der Pressesprecherin Karoline Leavitt vor Trumps WHCD-Rede als „kodierte Botschaft“. Leavitt hatte vor dem Dinner gesagt:

„Heute Abend werden einige Schüsse fallen.“
Die Teilnehmer:innen interpretierten dies als Hinweis auf eine Inszenierung – obwohl die Aussage offensichtlich eine rhetorische Ankündigung Trumps war, der mit scharfer Rhetorik „um sich schießen“ würde.

Besonders der geplante Ballsaal im Weißen Haus stand im Fokus der Diskussion. Einige verwiesen auf Trumps Mentor, den umstrittenen Anwalt Roy Cohn, und dessen skrupellose Methoden. Andere zeigten sich irritiert, wie schnell konservative Medien nach dem Vorfall eine Kampagne für den Ballsaal starteten.

Fokusgruppe zeigt tiefe Skepsis gegenüber Institutionen

Die Ergebnisse der Fokusgruppe unterstreichen die wachsende Distanz zwischen Trump und Teilen seiner Basis. Obwohl die Teilnehmer:innen zunächst überzeugte Unterstützer:innen waren, distanzieren sie sich mittlerweile von seiner Politik. Gleichzeitig halten sie an alternativen Erklärungen für den WHCD-Vorfall fest – trotz fehlender Beweise.

„Es fühlt sich an, als würde mit uns gespielt“, sagte ein Teilnehmer. „Fast so, als würden sie uns testen, wie weit sie gehen können.“