Pentagon bestätigt umstrittene Ernennung

Das Pentagon hat die Ernennung von Hung Cao zum neuen Marinestaatssekretär bestätigt. Cao, bisher Unterstaatssekretär der Marine, übernimmt damit die Nachfolge von John Phelan, der am Mittwoch überraschend entlassen wurde. Die Entscheidung sorgt angesichts seiner kontroversen Vergangenheit für heftige Kritik.

Rassistischer Witz über den Ku-Klux-Klan

Besonders brisant sind Cao’s frühere Äußerungen während seines gescheiterten Senatswahlkampfs 2024. In einem Interview mit Steve Bannon auf Real America’s Voice machte er einen rassistischen Scherz über den Ku-Klux-Klan:

„Ich weiß, ich werde von der Linken angegriffen und als White Supremacist bezeichnet. Aber ich habe nur eine Bitte an sie: Wenn ihr mir eine Kapuze gebt, stellt bitte sicher, dass sie Schlitze für die Augen hat und nicht die runden Löcher – dann kann ich besser sehen.“

Ein Video dieses Statements verbreitete sich 2026 viral auf Social Media.

Falsche Kriegsbehauptungen und fehlende Auszeichnungen

Cao behauptet wiederholt, im Einsatz „beschossen“ und „in die Luft gejagt“ worden zu sein, und beschreibt sich als „100 % behindert“. Seine Dienstakten zeigen jedoch weder einen Purple Heart noch das Navy Combat Action Ribbon – Auszeichnungen, die bei schweren Kriegsverletzungen oder Feindkontakt verliehen werden. Auf Nachfrage von USA Today reagierte er mit wütender Gegenfrage:

„Stellen Sie sich vor, man würde Sie bitten, Dokumente vorzulegen, die belegen, dass Al-Qaida auf Sie geschossen hat. Oder warum ein behinderter Veteran keinen Purple Heart hat?“

Esoterische Verschwörungstheorien

In einem Interview mit dem rechtsextremen Aktivisten Sean Feucht behauptete Cao 2023, in Kalifornien herrsche „viel Hexerei“:

„In Monterey, Kalifornien, gibt es einen Ort namens Lover’s Point. Ursprünglich hieß er ‚Lovers of Christ Point‘, aber jetzt wurde das ‚Christ‘ entfernt. Monterey ist ein sehr dunkler Ort mit viel Hexerei. Die Wicca-Gemeinde hat die Kontrolle übernommen. Das dürfen wir nicht in Virginia zulassen.“

Zudem bezeichnete er sich selbst als „Afroamerikaner“, da seine Familie in Niger lebte, wo sein Vater für die USAID arbeitete.

Senat bestätigte ihn trotz Bedenken

Trotz all dieser Vorwürfe stimmte der Senat Cao’s Ernennung zum Unterstaatssekretär der Marine im vergangenen Jahr zu. Nun steht er an der Spitze einer der wichtigsten Militärbranchen – mitten in einem Krieg. Die Ernennung wirft Fragen über die Auswahlkriterien der Regierung Trump auf.

Kritik an Trumps Personalpolitik

  • Fehlende Transparenz bei der Besetzung hoher Ämter
  • Wiederholte Skandale um rassistische und verschwörungsideologische Äußerungen
  • Zweifel an der fachlichen Eignung trotz militärischer Vergangenheit