Ein Robotaxi von Waymo hat einen Nutzer in Kalifornien ohne sein Gepäck am Flughafen zurückgelassen. Der Vorfall wirft erneut Fragen zur Zuverlässigkeit autonomer Taxis auf.
Di Jin, ein Waymo-Kunde aus Kalifornien, nutzte Anfang Mai erstmals ein selbstfahrendes Taxi des Tech-Unternehmens. Die Fahrt von Sunnyvale zum Flughafen San José Mineta verlief zunächst problemlos. Doch als Jin ausstieg und den Kofferraum öffnen wollte, reagierte der Wagen nicht. Noch bevor er eingreifen konnte, fuhr das Fahrzeug – mit seinem Gepäck – einfach davon.
Jin kontaktierte umgehend den Waymo-Kundenservice. Ihm wurde mitgeteilt, dass das Fahrzeug bereits auf dem Weg zum Depot in San Francisco sei und nicht mehr umgeleitet werden könne. Der Nutzer musste seinen Flug ohne Gepäck antreten.
Später erfuhr Jin, dass Waymo sein Gepäck zwar sicher im Depot verwahrt hatte, aber die Kosten für den Rücktransport ablehnte. Stattdessen bot das Unternehmen zwei kostenlose Fahrten an, damit Jin sein Gepäck selbst abholen konnte. Doch die Zeitinvestition von zwei Stunden erschien ihm zu groß.
Waymo lenkt nach Kritik ein
Erst nach öffentlichem Druck und Medienberichten willigte Waymo schließlich ein, die Lieferkosten zu übernehmen. Ein Sprecher bestätigte, dass das Unternehmen die Rücksendung veranlassen werde.
Waymo betont, dass Nutzer den Kofferraum entweder per Knopfdruck in der App oder durch den physischen Öffnungsmechanismus am Fahrzeug bedienen können. Im Fall von Jin funktionierte jedoch weder die App noch der Knopf am Fahrzeug. Ohne menschlichen Fahrer hatte er keine Möglichkeit, das Problem sofort zu melden.
Der Vorfall zeigt erneut die Grenzen autonomer Taxis auf: Trotz fortschrittlicher Technologie können technische Störungen oder Bedienfehler zu unangenehmen Situationen führen. Für Jin war die Erfahrung ein klares Argument für die Vorteile herkömmlicher, von Menschen gesteuerter Taxis.