Apple vollzieht einen Führungswechsel: Tim Cook gibt im September nach fast 15 Jahren als CEO das Ruder ab. Sein Nachfolger wird John Ternus, derzeit Senior Vice President für Hardware-Engineering. In einem offenen Brief an die Apple-Community würdigte Cook seinen Nachfolger mit den Worten:

„Ein brillanter Ingenieur und Denker, der in den letzten 25 Jahren die Apple-Produkte mitgestaltet hat, die unsere Nutzer lieben. Er ist besessen von jedem Detail und sucht ständig nach Wegen, Dinge besser, mutiger, schöner und bedeutungsvoller zu machen.“

Ternus‘ Beförderung unterstreicht Apples Strategie, auf interne Kandidaten zu setzen. Doch wie verbreitet ist dieser Ansatz? Eine aktuelle Studie des Beratungsunternehmens Egon Zehnder zeigt: In den letzten zehn Jahren wurden 82 % aller CEO-Nachfolgen intern besetzt. Bei Erstberufungen lag der Anteil sogar bei 88 %. Lediglich bei erfahrenen Führungskräften griffen Unternehmen in 49 % der Fälle auf externe Kandidaten zurück – ein Zeichen für radikale Kurswechsel.

Kontinuität statt Neuanfang: Apples Signal an den Markt

Mit Ternus‘ Ernennung signalisiert Apple, dass es an seiner bewährten Strategie festhält. Analysten von Morgan Stanley bestätigen dies: Die Nachfolge unterstreiche den Fokus auf Produkte als zentrales Element des Geschäftsmodells. Die „Flywheel“-Strategie – bei der Produktinnovation den Unternehmenserfolg antreibt – bleibe damit unverändert.

Die Studie zeigt zudem: Intern beförderte CEOs bleiben im Schnitt länger im Amt. Während extern berufene Führungskräfte durchschnittlich 73 Monate (sechs Jahre und ein Monat) im Amt bleiben, beträgt die Amtszeit interner Kandidaten 82,43 Monate (sechs Jahre und zehn Monate).

Cooks Karriere als Vorbild für interne Führung

Tim Cooks eigener Werdegang unterstreicht die Vorteile interner Beförderungen. Der heutige Apple-CEO wurde 1998 von Steve Jobs eingestellt, stieg 2002 zum Executive Vice President für weltweiten Vertrieb auf und übernahm 2005 die Position des COO. 2011 übernahm er schließlich den CEO-Posten – nach 13 Jahren im Unternehmen. Seine Karriere zeigt, wie interne Führungskräfte das Unternehmen und seine Kultur prägen.

Apples Entscheidung für Ternus folgt damit nicht nur einer bewährten Praxis, sondern auch den Erkenntnissen der Egon-Zehnder-Studie: Stabilität und langfristige Bindung an das Unternehmen zahlen sich aus – sowohl für die Führungsebene als auch für die Mitarbeiter.