Bitcoin verzeichnet in diesem Jahr regelmäßig Mitte des Monats starke Kursanstiege. Immer häufiger lässt sich dieser Trend mit der Finanzierungsstrategie von Strategy (ehemals MicroStrategy) in Verbindung bringen. Das Unternehmen nutzt dabei bevorzugte Aktien (STRC), um den Kauf des digitalen Assets zu finanzieren – ein Mechanismus, der die Nachfrage nach Bitcoin zusätzlich befeuert.

Wie STRC die Bitcoin-Nachfrage antreibt

Forschungsunternehmen wie K33 haben diesen Zusammenhang analysiert. Die bevorzugte Aktie STRC dient als zentrale Liquiditätsquelle für den weltweit größten Unternehmens-Bitcoin-Besitzer. Obwohl STRC erst zum Monatsende Dividenden ausschüttet, müssen Anleger die Aktien bis zum 15. des Monats halten, um die Auszahlung zu erhalten. Diese Frist führt dazu, dass sich Mitte jedes Monats eine vorhersehbare Nachfragespitze bildet.

Investoren kaufen STRC vor dem Stichtag, was das Handelsvolumen erhöht und den Kurs in Richtung des Nennwerts von 100 US-Dollar treibt. Sobald STRC diesen Wert erreicht oder überschreitet, kann Strategy neue Aktien über ein At-The-Market-Programm ausgeben und die Erlöse für weitere Bitcoin-Käufe verwenden. Aktuelle Daten von STRC.live zeigen, dass dieser Kreislauf diese Woche erneut aktiv wurde: STRC erreichte den Nennwert, sodass Strategy vor der nächsten Dividendenausschüttung Ende der Woche über 5.000 Bitcoin erwerben konnte.

STRC als zentraler Treiber für Bitcoin-Käufe

Seit Jahresbeginn hat sich das Volumen der über STRC finanzierten Bitcoin-Käufe deutlich beschleunigt. Laut K33 Research kaufte Strategy im Januar 4.467 Bitcoin über diesen Kanal. Im März stieg die Zahl bereits auf 22.131 Bitcoin, im April auf rund 46.872 Bitcoin. STRC hat sich damit von einem Finanzierungsinstrument zu einem zentralen Baustein der Akkumulationsstrategie des Unternehmens entwickelt.

Vetle Lunde, Leiter der Forschung bei K33, beschreibt den Mechanismus als eine „mechanische Quelle der Nachfrage“. STRC zieht renditeorientierte Anleger an, die vor dem Ex-Dividenden-Termin investieren. Dies treibt den Kurs zurück zum Nennwert und ermöglicht Strategy, neue Aktien auszugeben. Die Erlöse fließen dann direkt in den Kauf von Bitcoin.

Strategy plant häufigere Dividendenausschüttungen

Um den Kreislauf zu optimieren, schlägt Strategy vor, die Dividendenausschüttungen von monatlich auf zweimal monatlich umzustellen. Das Unternehmen argumentiert, dass häufigere Zahlungen Verzögerungen bei der Reinvestition reduzieren und die Markteffizienz verbessern würden. Gleichzeitig würde dies mehr Kapitalbeschaffungsmöglichkeiten schaffen – was den mittelmontlichen Kaufzyklus weiter verstärken könnte. Allerdings würde Strategy damit noch stärker von einem Finanzierungsinstrument abhängig, das deutlich teurer ist als frühere Methoden.

Langfristige Risiken der STRC-Strategie

Während STRC kurzfristig die Bitcoin-Nachfrage prägt, warnen institutionelle Forscher vor den langfristigen Folgen. Michael Saylor, ehemaliger CEO von MicroStrategy und nun Chairman von Strategy, hat das Unternehmen über Jahre hinweg mit günstigem Kapital finanziert. Doch dieser günstige Kapitalzugang weicht nun teuren Preferred-Equity-Lösungen wie STRC. Experten sehen darin ein wachsendes finanzielles Risiko, da die hohen Kosten die Profitabilität der Bitcoin-Investitionen langfristig belasten könnten.

Trotz der Bedenken bleibt Strategy entschlossen, den STRC-Kreislauf weiter auszubauen. Die jüngsten Käufe zeigen, dass das Unternehmen weiterhin auf diesen Finanzierungsmechanismus setzt – und damit indirekt die Bitcoin-Nachfrage in der Mitte jedes Monats antreibt.