Patel verklagt „The Atlantic“ wegen schwerwiegender Verleumdung
FBI-Direktor Kash Patel hat am Montag eine 250-Millionen-Dollar-Klage gegen das Magazin „The Atlantic“ eingereicht. Der Vorwurf: Das Blatt habe in einem Artikel vom vergangenen Freitag wissentlich falsche und diffamierende Behauptungen über Patrils angebliche Alkoholprobleme veröffentlicht. Die Anwälte des FBI-Direktors argumentieren, die Veröffentlichung habe die „rechtliche Grenze überschritten“ und sei darauf ausgelegt, Patrils Ruf zu zerstören und ihn aus dem Amt zu drängen.
Zentrale Vorwürfe der Klage
Der Artikel von Autorin Sarah Fitzpatrick behauptet unter Berufung auf sechs aktuelle und ehemalige Regierungsbeamte, dass Patrils Alkoholkonsum während seiner Amtszeit wiederholt zu Problemen geführt habe. Konkret wird angeführt, dass „Treffen und Briefings aufgrund seiner alkoholisierten Nächte verschoben werden mussten“. Zudem soll es in den vergangenen zwölf Monaten mehrfach vorgekommen sein, dass Mitglieder seines Sicherheitsteams Schwierigkeiten hatten, ihn zu wecken, weil er offensichtlich betrunken war – so die Angaben von Justiz- und Weißem-Haus-Mitarbeitern.
Die Klage wirft „The Atlantic“ vor, die Anschuldigungen „mit böswilliger Absicht“ veröffentlicht zu haben – trotz ausdrücklicher Warnungen Stunden vor der Veröffentlichung, dass die zentralen Behauptungen „kategorisch falsch“ seien. Zudem habe das Magazin über öffentlich zugängliche Informationen verfügt, die die Anschuldigungen widerlegten. Fitzpatrick habe sich auf „anonyme Quellen“ gestützt, die „hochgradig voreingenommen“ und „nicht in der Lage gewesen seien, die Fakten zu kennen“.
Muster der Diffamierung
Die Klage betont, dass es sich bei dem Artikel nicht um einen Einzelfall handele. Vielmehr sei dies Teil eines „dokumentierten Musters“: In den vergangenen zwei Jahren habe „The Atlantic“ Patel in mehreren Beiträgen als „unqualifiziert, gefährlich, korrupt oder psychisch instabil“ dargestellt. Die Beweispflicht für Verleumdung bei Amtsträgern sei zwar hoch, doch Patel habe bereits in der Vergangenheit erfolgreich gegen Verleumdung geklagt.
Patel siegte bereits in ähnlichem Fall
2023 reichte Patel eine Klage gegen den Substack-Autor Jim Stewartson ein, der ihn unter anderem beschuldigt hatte, „Sedition begangen, die Unruhen vom 6. Januar mitgeplant und versucht zu haben, die Regierung zu stürzen“. Zudem warf Stewartson Patel vor, „Menschen bezahlt zu haben, um den Kongress anzulügen“, und ihn als „russischen Agenten“ zu bezeichnen. Die Anschuldigungen richteten sich auch gegen Patrils gemeinnützige Organisation, die Kash Foundation.
2025 erging ein Versäumnisurteil zugunsten Patrils. Der zuständige Bundesrichter stellte zwar fest, dass die diffamierenden Aussagen seinen Ruf „nicht erheblich beschädigt“ hätten, urteilte aber, dass Stewartsons Aussagen „verleumderisch“ seien und „vermutete Schäden“ verursacht hätten. Patel und seine Stiftung erhielten daraufhin 250.000 Dollar an Schadensersatz. Stewartson erklärte gegenüber CNBC, er sei „nie offiziell verklagt worden“ und plane, seinerseits rechtliche Schritte gegen die „jahrelange Kampagne der Einschüchterung“ einzuleiten.
„The Atlantic“ wehrt sich: Klage „ohne Grundlage“
„Diese Klage ist ohne Grundlage und wir werden uns mit aller Kraft gegen diese rechtliche Belästigung unserer Journalisten zur Wehr setzen.“
Das Magazin betont, dass die Anschuldigungen gegen Patel „seriös recherchiert“ seien und die Veröffentlichung im öffentlichen Interesse liege. Die Redaktion verweist auf die „hohe journalistische Sorgfaltspflicht“, die bei der Erstellung des Artikels eingehalten worden sei.
Trump und andere Trump-Mitarbeiter klagen regelmäßig gegen Medien
Patel ist nicht der erste Mitarbeiter der Trump-Administration, der Medien wegen Verleumdung verklagt. Besonders bekannt ist der Fall von Ex-Präsident Donald Trump selbst, der bereits mehrere große Medienhäuser wie „The New York Times“, „The Wall Street Journal“, „The Des Moines Register“ und CNN verklagt hat. Zuletzt reichte Trump im Jahr 2024 eine Klage gegen die „Washington Post“ ein.