Im Januar 2025 verkündete Fortune Brands Innovations, dass das Unternehmen seine dezentralen Büros in den USA auf ein zentrales Hauptquartier außerhalb von Chicago zusammenlegen würde. Für Hunderte Mitarbeiter bedeutete dies: Umzug oder Jobverlust. Die Umsetzung sollte schrittweise ab Spätsommer 2025 erfolgen, wie der damalige CEO Nicholas Fink den Mitarbeitern mitteilte.

Die Ankündigung löste bei den Beschäftigten, die unter anderem für Marken wie Moen und Master Lock arbeiten, große Verunsicherung aus. Innerhalb weniger Monate häuften sich auf LinkedIn Abschiedsnachrichten von Mitarbeitern, die den Umzug ablehnten. Im Sommer 2025 bestätigte das Unternehmen, dass trotz der ablehnenden Haltung vieler Mitarbeiter die Quote der Zustimmungen über dem Branchendurchschnitt lag – konkrete Zahlen nannte Fortune Brands jedoch nicht.

Doch die Krise verschärfte sich: Im Februar 2026 trat Fink überraschend zurück. Constellation Brands, bekannt für Biermarken wie Corona, gab bekannt, dass Fink die Position des CEO übernehmen würde. Noch am selben Tag teilte Fortune Brands mit, dass Amit Banati, ein erfahrener Manager und bereits im Vorstand, Fink nachfolgen sollte. Doch diese Nachfolge kam nie zustande.

Wie das Wall Street Journal berichtete, hatte der Aktivist Ed Garden eine bedeutende Beteiligung an Fortune Brands erworben. Er kritisierte Fink als „unzureichend erfahren“ und warnte vor einer Wiederholung der Fehler unter Banati. Banati trat schließlich nicht an und verließ den Vorstand – erhielt jedoch eine Abfindung von 18,4 Millionen US-Dollar, wie Fortune berichtete.

Im März 2026 gab Fortune Brands bekannt, dass die Suche nach einem neuen CEO gestartet wurde. interimsmäßig übernahm David Barry, ein langjähriger Konzernmanager, die Führung. Die Führungskrise fiel in eine Phase, in der das Unternehmen unter Finks Leitung bereits mit sinkenden Umsätzen und schrumpfenden Gewinnmargen kämpfte – ausgelöst durch nachlassende Nachfrage im Bausektor. Während Konkurrenten wie Masco stabiler dastanden, verschärfte sich die Situation bei Fortune Brands weiter.

Das Unternehmen betonte, Finks Rücktritt habe nichts mit der Leistung oder der Umzugsentscheidung zu tun. Doch viele Mitarbeiter sahen es anders: Für sie wirkte sein Abgang wie das Verlassen eines Schiffes, das er selbst zum Sinken gebracht hatte. „Die meisten waren gestresst“, sagte ein anonymer Master-Lock-Mitarbeiter gegenüber Fast Company. „Die Moral sank, Leute kündigten. Die Angst war groß – besonders, als klar wurde, dass die Zölle die Wirtschaft belasten würden.“

Fink selbst räumte im Mai 2025 ein, wie schwer die Entscheidung für die Mitarbeiter war: „Es ist eine große Veränderung für viele“, sagte er. „Manche sind ihrer Gemeinde und Familie verpflichtet und wollen nicht umziehen. Andere sind begeistert, Teil dieser neuen Phase zu sein.“ Die Folgen der Umstrukturierung und Führungskrise bleiben jedoch bestehen – und belasten sowohl Belegschaft als auch Aktionäre.