Ein Sieg mit besonderer Geste

Während die meisten Zuschauer nach dem Sieg von Jordan Vandergriff in die Jubelstürme ausbrachen, stand er selbst nicht im Publikum. Stattdessen sprintete er nach seinem ersten NHRA Funny Car-Sieg direkt zum Startpunkt zurück – eine Tradition, die sein Onkel Bob Vandergriff einst prägte.

Die Reaktionen im ausverkauften Stadion in Adel, Georgia, waren verständlicherweise verwirrt. Doch Vandergriffs Aktion war kein spontaner Impuls, sondern eine bewusste Hommage an seinen Onkel, der einst als Top-Fuel-Pilot zwei Siege feierte und nach jedem Rennen zum Start zurücklief, um mit seinem Team zu feiern.

Ein emotionaler Moment mit Tradition

„Ich habe schon immer darüber nachgedacht, es zu tun, weil mein Onkel es aus purer Freude nach seinem ersten Sieg tat“, erklärte Vandergriff. „Ich habe es mir sogar im Auto überlegt und beschlossen: Ich mache es – egal was passiert.“

Die Zeitungsreporter und die schnell reagierenden Ansager nutzten die Gelegenheit, um den Lauf musikalisch zu untermalen: Sie spielten den Soundtrack aus dem Film Chariots of Fire – ein passendes Motiv für Vandergriffs entschlossenen Sprint.

Ein Sieg mit Hindernissen

Vandergriffs Triumph war nicht nur emotional, sondern auch sportlich beeindruckend. Im Finale besiegte er den Punkteführer J.R. Todd und holte sich seinen ersten NHRA-Sieg. Sein letzter Finaleinzug datiert aus dem Jahr 2019, als er beim Texas Fall Nationals noch knapp an Billy Torrence scheiterte.

Doch der Weg dorthin war nicht einfach. Nach Jahren der Enttäuschung und einer Pause vom Rennsport kehrte Vandergriff 2023 zurück – mit neuem Elan und dem festen Willen, wieder an die Spitze zu kommen. „Ich war frustriert, wie sich meine Karriere entwickelt hatte“, sagte er. „Aber ich wollte zurück und es noch einmal versuchen.“

Bis vor einem Jahr hatte Vandergriff keinen festen Rennwagen. 2025 startete er zweimal in der Top Fuel-Klasse als Ersatz für den verletzten Shawn Reed, bevor er sich wieder dem Fernsehen zuwandte – als Pit-Reporter für die NHRA-Übertragungen. Seine Präsenz vor der Kamera ist kein Zufall: Der Name Jordan Vandergriff war einst auch außerhalb des Rennsports bekannt, etwa durch seine früheren TV-Auftritte.

Ein Familienmoment, der Geschichte schreibt

Vandergriffs Lauf zum Startpunkt war mehr als nur eine spontane Geste. Es war eine Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart, zwischen Familie und Rennsport. Sein Onkel Bob, ein ehemaliger Top-Fuel-Pilot, prägte diese Tradition – und nun führt Jordan sie fort.

„Ich hoffe, das ist erst der Anfang“, sagte Vandergriff. „Ein guter Start für viele weitere Siege.“

Quelle: Hagerty