Der US-amerikanische Tuning-Hersteller APR, bekannt für seine leistungsoptimierten Motor- und Getriebe-Softwarelösungen für Volkswagen und Audi, hat eine bahnbrechende Neuentwicklung vorgestellt: die APR AWD Upgrade für Haldex. Erstmals bietet das Unternehmen eine dedizierte Kalibrierung für Allradsysteme an, die speziell auf Geschwindigkeit und Fahrspaß ausgelegt ist.

Optimierte Drehmomentverteilung und schnellere Allradaktivierung

Die neue Software optimiert die Haldex-Allradsysteme in kompatiblen Fahrzeugen der Volkswagen Gruppe. Durch angepasste Kupplungsdruckregelung soll sie bei hohen Lasten und unter Volllastbedingungen eine bessere Kraftübertragung ermöglichen. Ziel ist es, die Traktion zu verbessern und die Allradaktivierung zu beschleunigen. Besonders für den Golf R (Mk7), Audi RS3 (8V), S3 und TTS ist die Software konzipiert.

Haldex-Allradsysteme kommen vor allem in frontgetriebenen Plattformen zum Einsatz – ein Bereich, in dem VW und Audi führend sind. Die Technologie findet sich jedoch in einer Vielzahl von Fahrzeugen wieder, von Volvo bis Bugatti. In VW- und Audi-Modellen besteht das System aus zwei zentralen Komponenten: einem Verteilergetriebe am Getriebeende und der Active On-demand Coupling (AOC) am vorderen Teil des Hinterachs-Differenzials.

Wie funktioniert das Haldex-System?

Grundsätzlich handelt es sich um ein System, das im Normalbetrieb als Frontantrieb fährt, um Kraftstoff zu sparen. Bei Bedarf – etwa bei starkem Gasgeben, Lenkbewegungen oder Traktionsverlust – wird die Hinterachse automatisch zugeschaltet. Die hydraulische Kupplung der AOC reguliert dabei, wie viel Drehmoment an die Hinterräder geleitet wird. Obwohl moderne Haldex-Systeme deutlich verbessert wurden, sieht APR noch Optimierungspotenzial in den Werkseinstellungen.

Neue Funktionen: FWD-Burnout-Modus und verbesserte Allradsteuerung

Die neue APR-Software bietet folgende Verbesserungen:

  • Schnellere Allradaktivierung: Die Kupplung reagiert präziser auf Gaspedal- und Traktionssignale, was zu einem direkteren Fahrgefühl führt.
  • Bessere Drehmomentverteilung: Die Hinterachse erhält mehr Drehmoment, was die Traktion und Stabilität erhöht.
  • FWD-Burnout-Modus: In diesem Modus wird die Hinterachse temporär abgekoppelt, um reine Frontantriebs-Burnouts zu ermöglichen – ideal für Rennstrecken, Drag Racing oder Dyno-Tests. Der Modus lässt sich per Race-Modus aktivieren und bietet eine OEM-ähnliche Bedienung.

„Der AWD-Modus erhöht den Kupplungsdruck und verbessert die Reaktion auf Gaspedal- und Schlupfsignale. Dadurch wird das Drehmoment schneller an die Hinterachse übertragen, was zu selbstbewussteren Starts und besserer Traktion führt“, erklärt APR. „Der FWD-Burnout-Modus trennt die Hinterachse vorübergehend ab und ermöglicht so kontrollierte Burnouts oder präzise Dyno-Tests – ganz ohne das umständliche Ziehen von Sicherungen oder das Trennen von Komponenten.“

Kompatibilität und weitere Optimierungen

APR hat zudem bestehende Motor- und Getriebe-Tunings aktualisiert, um eine bessere Kompatibilität mit der neuen Haldex-Software zu gewährleisten. Die Vorteile der Modifikation umfassen:

  • Konsistentere Startleistung
  • Verbesserte Traktion in Kurven und unter Volllast
  • Dynamischeres Fahrgefühl ohne zusätzliche Steuergeräte

Die Software ist für eine Vielzahl von Fahrzeugen mit Haldex-Allradsystemen geeignet. Eine vollständige Liste der kompatiblen Modelle und detaillierte Installationshinweise finden Interessierte auf der offiziellen APR-Website.

„Unser Ziel war es, ein System zu entwickeln, das nicht nur die Leistung steigert, sondern auch die Fahrfreude erhöht – ohne dabei die Zuverlässigkeit oder Benutzerfreundlichkeit zu beeinträchtigen.“
– APR-Team

Quelle: The Drive