Vom Tennisstar zur Business-Expertin: Sharapovas zweiter Akt

Fünf Grand-Slam-Titel, über ein Jahrzehnt als bestbezahlte Sportlerin der Welt – doch die härteste Konkurrenz, die Maria Sharapova heute beschreibt, findet nicht auf dem Tennisplatz statt. In ihrem zweiten Berufsleben als Investorin, Unternehmerin und Podcasterin spricht sie offen über die Deals, die sie ausschlug, die Süßwarenmarke, die sie aufbaute und wieder schloss, und über die Kunst, mit Nike zu verhandeln.

Dies ist eine gekürzte Version eines Interviews aus der Podcast-Reihe Rapid Response, moderiert vom ehemaligen Chefredakteur von Fast Company, Robert Safian. Die Serie, produziert vom Team hinter Masters of Scale, bietet ehrliche Gespräche mit Führungspersönlichkeiten, die aktuelle Herausforderungen meistern. Abonnieren Sie Rapid Response auf Ihrer bevorzugten Podcast-Plattform, um keine Folge zu verpassen.

Die ersten Schritte: Strategie mit 17 Jahren

Mit 17 gewann Sharapova 2004 Wimbledon – ihren ersten von fünf Grand-Slam-Titeln. Doch schon damals ging es um mehr als nur um Tennis. „Ab dem ersten Tag war ich strategisch“, erinnert sie sich. Direkt nach dem Sieg gab ihr Manager ihr einen entscheidenden Rat: „Nutze jede Kamera, jede Gelegenheit.“

Eine Woche später saß sie bereits wieder in Kalifornien und trainierte sieben Stunden täglich. Doch dazwischen flog sie nach Portland, um ihren Nike-Vertrag zu verlängern. Ihr Vater ermahnte sie: „Du musst in diesem Raum sein. Auch wenn du nicht alles verstehst – es geht um deine Zukunft und dein Geld.“

Sharapova war jung, unsicher – und doch lernte sie schnell: „Die Entscheidungsträger im Raum sehen dein Gesicht. Das macht es schwerer, später die Konditionen zu drücken.“ Die Zahlen, die ihr präsentiert wurden, überwältigten sie. Doch der Deal war nur der Anfang.

Die erste Lektion: Kleine Deals, große Chancen

Kurz nach dem Nike-Vertrag unterschrieb Sharapova ihren ersten nicht-sportlichen Deal mit Motorola – für die Razr-Telefone. „Es war kein großer Scheck, aber die Reichweite war enorm“, erklärt sie. „Ich sollte auf Plakaten weltweit zu sehen sein – und das war der erste Schritt zu noch größeren Möglichkeiten.“

Ihr Manager prophezeite ihr: „Warte ab. Dein Gesicht wird bekannter, dein Name wird größer – und das zieht weitere Chancen an.“ Eine Lektion, die sie bis heute prägt: „Manchmal geht es nicht um den sofortigen Gewinn, sondern um die langfristige Sichtbarkeit.“

Die harte Schule des Verhandelns

Sharapovas Weg führte sie nicht nur zu sportlichen Erfolgen, sondern auch in die Welt der Verhandlungen mit globalen Marken. „Das Verhandeln mit Nike war eine der intensivsten Erfahrungen“, sagt sie. „Plötzlich saß ich mit Entscheidungsträgern in einem Raum, die Millionen bewegten – und ich musste lernen, mich Gehör zu verschaffen.“

Doch nicht alle Projekte waren erfolgreich. Sie gründete eine Süßwarenmarke, die sie später wieder schließen musste. „Scheitern gehört dazu“, betont sie. „Aber es sind die gescheiterten Projekte, die uns am meisten lehren.“

Heute: Investorin und Unternehmerin

Mit ihrer Erfahrung aus dem Sport und dem Business investiert Sharapova heute in Start-ups und teilt ihre Erkenntnisse in ihrem Podcast. „Tennis hat mir beigebracht, nie aufzugeben – selbst wenn der Matchball gegen mich spricht“, sagt sie. „Doch im Business geht es nicht nur um Durchhaltevermögen, sondern um kluges Handeln.“

Ihre Botschaft an junge Unternehmer: „Seid mutig, aber bleibt realistisch. Verpasst keine Chance, nur weil ihr denkt, sie sei zu klein – und lernt aus jedem Fehler.“

„Die härteste Konkurrenz findet nicht auf dem Platz statt – sie findet im Business statt.“ – Maria Sharapova