Ein Mega-Projekt mit Rekordemissionen

Als Louisiana 2016 den LNG-Exportboom in den USA auslöste, galt verflüssigtes Erdgas als saubere Alternative zu Kohle und Öl. Doch das erste Terminal Sabine Pass LNG entwickelte sich schnell zu einem der größten Klimaverschmutzer des Bundesstaates. Noch schlimmer: Das neue Projekt Louisiana LNG in der Nähe von Lake Charles wird die Emissionen weiter in die Höhe treiben – und alle bisherigen US-Terminals überflügeln.

Mehr Treibhausgase als alle Ölraffinerien

Eine Analyse von Verite News auf Basis staatlicher und bundesstaatlicher Daten zeigt: Das geplante Terminal von Woodside Energy, Australiens größtem Öl- und Gasproduzenten, wird jährlich über 9,5 Millionen Tonnen Treibhausgase ausstoßen. Zum Vergleich: Die US-Umweltschutzbehörde EPA verzeichnete für Sabine Pass knapp 7 Millionen Tonnen. Selbst die sieben anderen US-Terminals der letzten zehn Jahre liegen deutlich darunter.

Von den 23 geplanten Terminals, die ihre Emissionen gemeldet haben, wäre Louisiana LNG mit Abstand der größte Klimasünder. Das nächstgrößere Projekt in Alaska (2030) soll „nur“ 8,6 Millionen Tonnen freisetzen.

Die größten LNG-Emittenten in den USA

  • Louisiana LNG (Woodside Energy, im Bau) – 9,5 Mio. Tonnen CO₂-Äquivalent/Jahr
  • Sabine Pass LNG (Cheniere Energy) – 7 Mio. Tonnen
  • Alaska LNG (Projekt, geplant für 2030) – 8,6 Mio. Tonnen
  • Alle anderen US-Terminals (betrieben/im Bau) – deutlich unter 7 Mio. Tonnen

„Das ist Irrsinn“ – Umweltaktivisten schlagen Alarm

„Wow, das ist wirklich erschreckend. Als Louisiana durch den steigenden Meeresspiegel und stärkere Hurrikane immer verwundbarer wird, fügen wir durch solche Projekte noch mehr Treibhausgase hinzu. Das ist purer Irrsinn.“

Anne Rolfes, Geschäftsführerin der Umweltorganisation Louisiana Bucket Brigade

Wirtschaftliche Versprechen vs. Klimarisiken

Das Projekt verspricht tausende Arbeitsplätze und hohe Steuereinnahmen für Louisiana. Gouverneur Jeff Landry bezeichnete die Grundsteinlegung im September 2024 als „großen Tag für Louisiana und einen unglaublichen für Amerika“. Die Baukosten von fast 18 Milliarden US-Dollar machen es zu einer der größten ausländischen Investitionen in der Geschichte des Bundesstaates.

Woodside setzt voll auf LNG – ein Brennstoff, der durch extreme Kühlung von Erdgas entsteht und einfacher zu transportieren ist. Das Unternehmen übernahm 2024 das 1.000 Hektar große Gelände von Tellurian, das zuvor unter dem Namen Driftwood LNG entwickelt wurde. Die Inbetriebnahme ist für 2029 geplant.

Klimaziele in weiter Ferne

Trotz globaler Bemühungen zur Reduzierung von Treibhausgasen setzt Louisiana weiter auf fossile Energien. Experten warnen, dass solche Mega-Projekte die Klimaziele der USA untergraben. Die Region ist bereits stark von den Folgen des Klimawandels betroffen – steigende Meeresspiegel und häufigere Extremwetterereignisse bedrohen die Existenzgrundlage der Bevölkerung.

Umweltverbände fordern eine Überprüfung der Genehmigungen und eine stärkere Regulierung der LNG-Industrie. Doch mit einem Projekt dieser Größenordnung scheint Louisiana den Weg in eine klimaschädliche Zukunft einzuschlagen.

Quelle: Grist