Ein kanadischer Ram 1500-Besitzer steht vor einer unerwarteten Rechnung: Nach dem unerklärlichen Auslösen der Airbags verweigert Stellantis die Garantieübernahme. Die Reparaturkosten könnten sich auf bis zu 20.000 Kanadische Dollar belaufen.
Airbags lösten ohne erkennbaren Grund aus
Victor Sanchez war auf dem Heimweg von der Arbeit, als sich die Situation plötzlich zuspitzte. Ohne erkennbaren Auslöser detonierten die Vorhangairbags sowie die beiden Sitzairbags seines neuen Ram 1500 gleichzeitig. Der plötzliche Knall erschreckte ihn so sehr, dass er fast die Kontrolle über das Fahrzeug verlor.
„Es fühlte sich an wie eine riesige Explosion. Meine Warnblinker gingen an, und ich war völlig desorientiert.“
– Victor Sanchez, Ram 1500-Besitzer
Die Folgen waren gravierend: Neben den Airbags müssen auch die Dachverkleidung, die Sitze, die Sicherheitsgurte und mehrere Module ersetzt werden. Die geschätzten Reparaturkosten liegen zwischen 15.000 und über 20.000 Kanadische Dollar.
Stellantis sieht keine Garantiepflicht
Nach wochenlangem Warten ohne klare Antwort des Händlers und erst nach Medienanfragen äußerte sich Stellantis offiziell. Laut dem Konzern deutet die Analyse des Occupant Restraint Control (ORC)-Moduls darauf hin, dass das Fahrzeug kurz vor einem Überschlag stand.
In einer Stellungnahme erklärte Stellantis:
„Nach einer umfassenden Prüfung durch Service-, Garantie- und Ingenieurteams wurden die Daten des ORC-Moduls erfolgreich ausgelesen und analysiert. Die Auswertung zeigt, dass das Fahrzeug zu kippen begann und mehrere Bordsysteme einen drohenden Überschlag vorhersagten.“
– Stellantis
Demnach seien die Airbags korrekt ausgelöst worden, da sie wie vorgesehen funktionierten. Eine Herstellungsfehler liege nicht vor. Daher erfülle der Vorfall nicht die Kriterien für eine Garantieübernahme. Stellantis betonte, dass Schäden durch Unfälle, Missbrauch oder ähnliche äußere Einflüsse nicht von der Garantie abgedeckt werden.
Besitzer muss Kosten selbst tragen
Victor Sanchez steht nun vor der Situation, die hohen Reparaturkosten selbst zu tragen – zusätzlich zu den Mietwagenkosten, die seit dem Vorfall anfallen. Der Fall wirft Fragen zur Zuverlässigkeit der Airbag-Systeme und zur Transparenz von Stellantis auf.