Ein Chevrolet Camaro mit nur vier Zylindern? Viele vergessen, dass es ihn überhaupt gibt. Umso beeindruckender ist der neue Beschleunigungsrekord, den ein modifizierter Camaro jetzt aufgestellt hat. Das Team von ZZPerformance aus Michigan, bekannt für seine effizienten Hochleistungsmotoren bei General Motors, hat mit einem turboaufgeladenen Camaro einen neuen Meilenstein erreicht.

Ein Kunde aus Iowa ließ seinen Camaro auf der Strecke US 131 Motorsports Park in nur 9,768 Sekunden über die Viertelmeile jagen – und das bei einer Endgeschwindigkeit von 137 Meilen pro Stunde (220 km/h). Damit unterbot er den bisherigen Rekord von Jake Starr, der den Camaro zuvor in 9,92 Sekunden über die Strecke brachte. Der entscheidende Unterschied: Ein 60-Fuß-Sprung in nur 1,36 Sekunden.

Der Camaro war bereits im Oktober bei ZZPerformance auf dem Prüfstand. Dort wurden Spitzenwerte von 593 PS bei 6.500 U/min und 511 lb-ft (693 Nm) Drehmoment bei 5.500 U/min gemessen. Herzstück des Projekts ist ein Xona Rotor 7164-Turbolader mit einem 3D-gedruckten Abgaskrümmer und einem Tial 38-Millimeter-Wastegate. Weitere Modifikationen umfassen XDI-Einspritzdüsen, ZZP-Sechster-Port-Einspritzung, einen SMG-Hilfspumpe und eine ZL1-Niederdruck-Kraftstoffpumpe.

Das Getriebe, eine 8L45-Einheit, wurde von Fisher Built für Drag-Rennen optimiert – eine Weltneuheit für diese Plattform. Der begrenzte Schlupfdifferential leitet die Kraft an die Camaro-SS-Achsen weiter. Der Motor selbst erhielt eine minimale Aufbohrung um 0,25 mm für ZZP-geschmiedete 86,25-mm-Kolben. Zudem wurden die Ventilsteuerung mit neuen Ventilfedern und Stage-2-Nockenwellen verbessert, verstärkte Zylinderkopfschrauben eingebaut und ein robusterer Ausgleichswellenantrieb sowie ein ATI-Schwingungsdämpfer verbaut.

Für den optimalen Grip sorgen 17x4,5-Zoll-Felgen vorne und 15x10-Zoll-Billet-Win-Lite-Felgen hinten mit 275/60-Michelin-Thompson-Type-R-Reifen. Zudem sind Kohlenstofffaser-Türen in Arbeit, die zu den bereits angepassten Kotflügeln passen sollen.

Der originale 2,0-Liter-LTG-Vierzylinder von GM leistete serienmäßig 275 PS und 295 lb-ft (400 Nm) Drehmoment – genug für einen Vorsprung von 11 lb-ft gegenüber dem damaligen V6 des Camaro, aber 60 PS weniger als der größere Motor. Im Vergleich zum Ford Mustang EcoBoost (315 PS, 350 lb-ft) blieb der Camaro ebenfalls zurück. GM setzt mittlerweile auf einen 2,7-Liter-Turbo-Vierzylinder in Modellen wie dem Colorado ZR2 oder Silverado, der bis zu 310 PS und 430 lb-ft (583 Nm) leistet. Die Technologie des LTG und des „TurboMax“ teilen sich jedoch kaum Komponenten.

Falls Chevrolet den Camaro in einer siebten Generation zurückbringt, könnte ein moderner Vierzylinder eine spannende Option sein. Bis dahin bleibt der Rekord von Jake Starr ungeschlagen – zumindest in dieser Konfiguration.

Quelle: The Drive