Ein US-Gericht hat entschieden, dass die Klage eines Vanderbilt-Studenten gegen seine Universität fortgeführt werden darf. Der Student, der unter dem Pseudonym "Poe" auftritt, war nach sozialen Medien-Posts über einen Kommilitonen namens "Roe" suspendiert worden. In den Posts auf der Plattform Yik Yak beschuldigte Poe Roe der Vergewaltigung und behauptete, dieser habe ihm eine "Roofie" (K.-o.-Tropfen) verabreicht. Weitere Studenten unterstützten die Anschuldigungen öffentlich.

Nach Bekanntwerden der Posts leitete die Vanderbilt University ein Disziplinarverfahren gegen Poe ein. Ihm wurden drei Verstöße gegen die Richtlinien der Universität vorgeworfen: ungebührliches Verhalten, Belästigung und die Vortäuschung einer offiziellen Funktion. Nach einer abgelehnten Berufung wurde Poe für ein Jahr suspendiert. Die Universität wurde zudem darüber informiert, dass Poe nach der Bekanntgabe der Strafe Suizidgedanken äußerte.

Poe verklagte die Universität daraufhin wegen Fahrlässigkeit. Das Gericht stellte fest, dass die Vanderbilt-Verantwortlichen von Poes psychischen Problemen wussten, da seine Mutter die Universität ausdrücklich auf die Suizidgefahr hingewiesen hatte. Dennoch wurde der Termin für die Bekanntgabe der Strafe nicht verschoben, obwohl die Mutter dies gefordert hatte. Stattdessen wurde eine Betreuungsplanung vereinbart, um das Risiko zu minimieren. Während des Gesprächs zur Bekanntgabe der Strafe fragte eine Mitarbeiterin der Universität nach Poes Mutter – dieser hatte jedoch gelogen und behauptet, sie sei am nächsten Tag anwesend.

Das Gericht ließ Poes Klage nun zu, da die Universität möglicherweise ihre Sorgfaltspflicht verletzt habe. Die Entscheidung unterstreicht die Bedeutung von psychischer Gesundheit und angemessener Verfahrensführung in Disziplinarfällen.

Quelle: Reason