Vor 15 Jahren gründete Philippe Morin gemeinsam mit David Chateauneuf und Hugo Dallaire das Studio Red Barrels Games. Mit dem Horror-Thriller Outlast katapultierte sich das Team 2013 in die Spielebranche und prägte seither das Genre nachhaltig. Seitdem folgten ein Sequel, ein Standalone-DLC sowie ein kooperatives Spin-off – Outlast: The Trials, das erst 2023 erschien. Doch der Weg dorthin war alles andere als einfach.
Von Ubisoft zu Red Barrels: Ein ungewöhnlicher Werdegang
Philippe Morin begann seine Karriere 1998 bei Ubisoft – nicht als Spieleentwickler, sondern als Scriptwriter. «Ich hatte keine Ahnung, was ein Game Designer ist», gestand er im Gespräch mit uns. Doch sein Studium der Filmwissenschaften und seine Leidenschaft für interaktive Erzählformen ebneten ihm den Weg. Bei Ubisoft spezialisierte er sich auf Kamerasteuerung und Verhaltensdesign, was ihn später zu Naughty Dog führte. Dort arbeitete er an Titeln wie Prince of Persia: The Sands of Time und der ersten Uncharted-Episode. Doch der Traum von kreativer Freiheit trieb ihn weiter.
Die Gründung von Red Barrels: Ein riskantes Abenteuer
Nach Stationen bei EA Montréal und einem gescheiterten Projekt beschlossen Morin, Chateauneuf und Dallaire, ihr eigenes Studio zu gründen. «Wir dachten, es würde drei bis vier Monate dauern, ein Pitch zu entwickeln und Investoren zu finden», erinnert sich Morin. Doch es dauerte 18 Monate. «Wir waren bereit, alles zu riskieren – unsere Ersparnisse, unsere Karrieren.» Die Mühe lohnte sich: 2011 war Red Barrels geboren.
Outlast: Eine Idee, die fast im Müll landete
Die Entwicklung von Outlast war kein Selbstläufer. «Das Projekt stand kurz vor der Streichung», verrät Morin. Das Studio kämpfte mit knappen Ressourcen und Zweifeln an der Machbarkeit. Doch das Team blieb beharrlich. «Wir wollten ein Spiel schaffen, das sich wie ein Horrorfilm anfühlt – mit einer Kamera, die nicht kontrolliert werden kann.» Das Ergebnis war ein Meilenstein: Outlast verkaufte sich millionenfach und etablierte Red Barrels als feste Größe im Horror-Genre.
Was kommt nach Outlast: The Trials?
Mit Outlast: The Trials wagte Red Barrels 2023 den Sprung in den Koop-Bereich. Doch das ist erst der Anfang. Morin deutet an, dass die Serie weiterwachsen wird: «Wir haben große Pläne. Outlast 3 ist in Arbeit, und wir experimentieren mit neuen Ideen.» Dabei bleibt das Studio seiner DNA treu: «Uns geht es um immersiven Horror, der den Spieler wirklich packt.»
Die Philosophie hinter Outlast
Für Morin ist Horror mehr als nur Jump-Scares. «Es geht um psychologische Spannung, um das Gefühl, hilflos zu sein.» Diese Philosophie prägt jedes Projekt von Red Barrels. «Wir wollen, dass die Spieler Angst spüren – nicht nur für einen Moment, sondern während des gesamten Spiels.»
«Outlast war ein Risiko, das sich gelohnt hat. Jetzt geht es darum, die Grenzen des Genres weiter auszuloten.» – Philippe Morin, Co-Gründer von Red Barrels
Die Zukunft von Red Barrels
Mit 15 Jahren Erfahrung blickt das Studio selbstbewusst in die Zukunft. Neben Outlast 3 arbeitet Red Barrels an neuen Projekten, die das Horror-Genre neu definieren könnten. «Wir haben keine Angst vor Experimenten», betont Morin. «Wenn eine Idee funktioniert, setzen wir sie um – egal, wie ungewöhnlich sie ist.»
Eines ist sicher: Die Fans können sich auf weitere dunkle, intensive und unvergessliche Erlebnisse freuen.