Der Cousin von Kambodschas Premierminister Hun Manet, Hun To, hat eingeräumt, dass er einst einen 30-Prozent-Anteil an Huione Pay besaß. Die Zahlungsfirma gilt als Finanzarm der mutmaßlich in einen 4-Milliarden-Dollar-Krypto-Betrug verwickelten Huione Group.
Ein Anwalt bestätigte heute in einer offiziellen Stellungnahme, dass Hun To den Anteil in der Vergangenheit hielt. Die Firma wurde 2025 von den USA und Großbritannien zusammen mit der ebenfalls beschuldigten Prince Group sanktioniert. Zudem verlor Huione Pay seine Banklizenz wegen Verstößen gegen regulatorische Vorgaben.
Hun To betonte, dass er keine Managementfunktionen in der Firma ausübte und dass sein Anteil nicht mit einer Einlage in bar verbunden war. Zudem habe er keine Gewinne, Dividenden oder Vermögenswerte aus Huione Pay erhalten. In einer detaillierten Erklärung hieß es:
"Ich wurde nie zu einer Aktionärsversammlung eingeladen, habe nie einen Vertreter ernannt und war nie an operativen Entscheidungen beteiligt."
Hun To ist nicht nur mit dem amtierenden Premierminister verwandt: Er ist auch der Neffe von Hun Sen, dem ehemaligen Regierungschef Kambodschas. Laut einem Bericht von Reuters aus dem Jahr 2024 gehörte Hun To zu den drei Direktoren von Huione Pay. Die Zahlungsfirma erhielt zudem Zahlungen in Höhe von über 150.000 US-Dollar von der nordkoreanischen Hackergruppe Lazarus. Reuters konnte jedoch keine Beweise dafür finden, dass Hun To von diesen Transaktionen wusste. Ein Sprecher von Huione Pay erklärte, dass seine Rolle keine Aufsicht über die täglichen Geschäfte umfasste.
Hun To steht zudem im Verdacht, Verbindungen zu einer Gruppe zu haben, die Heroinhandel und Geldwäsche nach Australien betrieb. Er bestreitet jede Beteiligung und verklagte 2022 die Zeitung The Australian wegen Verleumdung. Nach einem gewonnenen Verfahren wurde der Artikel gelöscht, da die Zeitung ihre Anschuldigungen zurücknahm.
Seit drei Jahren führt Kambodscha eine harte Linie gegen Online-Betrugszentren durch. Erst kürzlich wurden in der Grenzstadt Poipet erneut Verdächtige festgenommen, nachdem sie zuvor vor Razzia-Einsätzen geflohen waren. Laut offiziellen Angaben wurden seit Beginn der Kampagne 48.000 ausländische Staatsbürger abgeschoben – viele von ihnen waren vermutlich Opfer von Menschenhandel. Im vergangenen Monat wurden allein 600 Thailänder, die in Krypto-Betrugszentren arbeiteten, abgeschoben. Die Regierung behauptet zudem, dass über 240.000 Personen, die mit Betrugsoperationen in Verbindung gebracht wurden, das Land freiwillig verlassen hätten.