OpenAI steht unter massivem Druck: Wie das Wall Street Journal berichtet, hat das Unternehmen seine internen Ziele verfehlt – sowohl bei der Nutzerzahl als auch beim Umsatz. Statt einer Milliarde wöchentlich aktiver Nutzer für ChatGPT bis Ende 2023 wurde dieses Ziel deutlich verfehlt. Diese Enthüllung kommt zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt.
Während die KI-Branche Milliarden in Infrastruktur investiert, bleibt der erhoffte Return on Investment weiterhin aus. Die finanzielle Lage von OpenAI verschärft sich: CFO Sarah Friar warnt, dass das Unternehmen zukünftige Rechenverträge möglicherweise nicht mehr bedienen kann, falls sich die Situation nicht bald verbessert. Zudem könnte ein geplanter Börsengang den Druck weiter erhöhen.
Doch selbst die wichtigste Einnahmequelle von OpenAI – bezahlte ChatGPT-Abos – wächst nicht wie erhofft. Aktuelle Daten der Marktforschungsfirma Sensor Tower, die The Verge auswertete, zeigen einen alarmierenden Anstieg: Im April stiegen die Löschungen der ChatGPT-App um 132 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Besonders problematisch ist die umstrittene Zusammenarbeit mit dem Pentagon. Wie Sam Altman später einräumte, war der Vertrag „opportunistisch und schlampig“ umgesetzt. Diese Verbindung trieb die Löschungen im März sogar um 413 Prozent in die Höhe.
Während OpenAI kämpft, holt der Konkurrent Anthropic mit seinem Chatbot Claude auf. Dessen Downloads stiegen im Jahresvergleich um 1.000 Prozent – im Vergleich dazu wuchs ChatGPT nur um 14 Prozent.
Um gegenzusteuern, prüft OpenAI nun alternative Einnahmequellen wie Werbung. Zudem plant das Unternehmen die Einführung eines günstigeren Tarifs namens ChatGPT Go für 8 Dollar pro Monat. Bis Ende 2024 sollen damit 112 Millionen Nutzer gewonnen werden. Gleichzeitig prognostiziert OpenAI einen Rückgang der Plus-Abonnenten von derzeit 90 Millionen auf nur noch neun Millionen – ein Rückgang von 80 Prozent.
Insgesamt strebt OpenAI an, die Nutzerzahl auf 122 Millionen zu verdoppeln. Angesichts der steigenden Löschungen und verfehlter Wachstumsziele wirkt dieses Ziel jedoch extrem ambitioniert. Zudem haben Nutzer heute zahlreiche kostenlose Alternativen zur Auswahl – zumindest vorerst.
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