Die Kryptobörse Coinbase reduziert ihr Personal um 14%. Das entspricht etwa 700 Stellen, wie CEO Brian Armstrong in einem Post auf X mitteilte. In einer internen E-Mail an die Belegschaft erklärte er die Gründe für die Entlassungen und die künftige Ausrichtung des Unternehmens.

„Wir stehen vor zwei zentralen Herausforderungen: einem schwachen Markt und der rasanten Entwicklung von KI“, so Armstrong. Um für die Zukunft gerüstet zu sein, müsse Coinbase schlanker und effizienter werden. Dazu gehöre auch eine grundlegende Reform der Unternehmensstruktur.

Flachere Hierarchien und KI als Treiber

Armstrong kündigte an, die Führungsebenen auf maximal fünf Ebenen zwischen Führungskräften und Mitarbeitern zu reduzieren. Durch den Abbau von mittleren Managementpositionen – die laut Armstrong Prozesse verlangsamen und „Koordinationskosten“ verursachen – sollen Führungskräfte künftig bis zu 15 direkte Berichtswege haben. Das Ziel: eine kosteneffiziente Struktur, die auch in schwierigen Marktphasen leistungsfähig bleibt.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Rekrutierung von „KI-nativen Talenten“. Zudem will Coinbase mit Ein-Personen-Teams experimentieren, in denen eine einzelne Person Aufgaben von Ingenieuren, Designern und Produktmanagern übernimmt.

Trend zu KI-bedingten Entlassungen

Coinbase ist nicht das einzige Unternehmen, das KI als Grund für Stellenstreichungen nennt. Meta plant in diesem Monat die Entlassung von 10% seiner Belegschaft. CEO Mark Zuckerberg verwies auf hohe KI-Investitionen und schwächere Verkäufe im Zusammenhang mit dem Krieg im Iran. Snap kündigte im vergangenen Monat an, 16% seiner Mitarbeiter zu entlassen – ebenfalls mit Verweis auf KI. Block (ehemals Square) reduzierte seine Belegschaft von 10.000 auf 6.000 Mitarbeiter und setzt auf KI zur Ersetzung mittlerer Führungsebenen.

Finanzielle Unterstützung für betroffene Mitarbeiter

Armstrong betonte, dass die betroffenen US-Mitarbeiter mindestens 16 Wochen Grundgehalt sowie zwei Wochen pro Beschäftigungsjahr erhalten. Mitarbeiter mit Arbeitsvisum sollen zusätzliche Übergangshilfen erhalten.

Armstrongs interne E-Mail im Wortlaut

„Dies ist die E-Mail, die ich heute an alle Coinbase-Mitarbeiter gesendet habe:

Team,

Heute habe ich die schwierige Entscheidung getroffen, die Größe von Coinbase um etwa 14% zu reduzieren. Ich möchte Ihnen erklären, warum wir dies jetzt tun, was es für die Betroffenen bedeutet und wie uns dies für die Zukunft positioniert.

Warum jetzt?

Zwei Kräfte wirken gleichzeitig auf uns ein. Wir müssen proaktiv auf beide reagieren.

1. Der Markt: Coinbase ist gut kapitalisiert, verfügt über vielfältige Einnahmequellen und ist gut aufgestellt, um jeden Sturm zu überstehen. Die Krypto-Branche steht zudem vor der nächsten Welle der Akzeptanz – mit Stablecoins, Prognosemärkten, Tokenisierung und mehr. Dennoch bleibt unser Geschäft volatil. Obwohl wir diese Zyklen bereits mehrfach durchstanden haben, befinden wir uns aktuell in einem schwachen Markt. Wir müssen unsere Kostenstruktur jetzt anpassen, um gestärkt aus dieser Phase hervorzugehen – schlanker, schneller und effizienter für die nächste Wachstumsphase.

2. KI verändert unsere Arbeit:

KI transformiert die Art und Weise, wie wir arbeiten. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen wir uns anpassen.“