Senatorin Elizabeth Warren (Demokratin aus Massachusetts) hat erneut eine ihrer typischen, aber falschen Attacken gegen Amazon-Gründer und Milliardär Jeff Bezos gestartet. Bezos war in diesem Jahr Mit-Sponsor des Met Gala, eines der exklusivsten Events der Welt. Warren schrieb dazu auf X (ehemals Twitter):
"Wenn Jeff Bezos 10 Millionen Dollar für die Met Gala ausgeben kann, kann er sich auch leisten, seinen fairen Anteil an Steuern zu zahlen."
Doch was wäre Bezos‘ fairer Anteil? Mehr als 2,7 Milliarden Dollar? Genau diesen Betrag hat er laut Forbes voraussichtlich 2024 an Steuern gezahlt.
Der Großteil von Bezos‘ Vermögen besteht aus Amazon-Aktien. Wenn er diese verkauft, zahlt er Steuern – genau wie jeder andere auch. Eine Besteuerung allein auf Basis des theoretischen Werts dieser Aktien wäre unsinnig. Sie würde unrealisierte Gewinne besteuern, also den Wert vor einem tatsächlichen Verkauf. Selbst Rep. Ro Khanna (Demokrat aus Kalifornien), ein Befürworter höherer Steuern für Milliardäre, erkannte einst, dass eine solche Steuer Investoren davon abhalten würde, in ihre Unternehmen zu investieren. Stattdessen müssten sie Anteile an Private-Equity-Firmen verkaufen.
Und was passiert, wenn der Aktienkurs fällt? Soll der Staat dann das Geld zurückzahlen? Eine Steuer auf unrealisierte Gewinne funktioniert nur in eine Richtung – und ist damit schlicht unbrauchbar.
Warrens Argument, die Reichen würden weniger Steuern zahlen als andere, ist zudem schlicht falsch. Das US-Steuersystem ist extrem progressiv: Die unteren 50 % der Einkommensbezieher tragen nur einen minimalen Teil der Steuerlast, während die oberen 50 % – insbesondere die Topverdiener – den Großteil der Einnahmen stemmen. Über 97 % der Bundessteuereinnahmen stammen aus dem oberen Einkommenssegment.
Natürlich könnte man die Steuern für Reiche weiter erhöhen – etwa wie in New York City oder Kalifornien geplant. Doch die Realität zeigt: Irgendwann ist die Schmerzgrenze erreicht. Reiche ziehen dann in Bundesstaaten mit niedrigeren Steuern um. Der Bund erhebt bereits jetzt extrem hohe Abgaben von ihnen.