Musk wirft OpenAI Vertragsbruch vor
Elon Musk, der reichste Mann der Welt, steht im Konflikt mit Sam Altman, einem der Mitgründer von OpenAI. Im Mittelpunkt des Prozesses steht die Frage, ob OpenAI seine ursprünglichen Ziele als gemeinnützige Organisation verraten hat. Musk wirft dem Unternehmen vor, entgegen früherer Zusagen eine gewinnorientierte Struktur angenommen zu haben, die nun mit einem Wert von Hunderten Milliarden Dollar bewertet wird.
Gerichtliche Auseinandersetzung eskaliert
Am dritten Verhandlungstag kam es zu einem hitzigen Schlagabtausch zwischen Musk und William Savitt, dem Anwalt von OpenAI. Savitt konfrontierte Musk mit widersprüchlichen Aussagen aus früheren Zeugenaussagen. So hatte Musk eingeräumt, dass OpenAI nicht gegen Vereinbarungen verstößt, solange Gewinne der Investoren begrenzt sind. Auf die Frage, ob diese Aussage vollständig sei, antwortete Musk: „Kaum eine Antwort ist vollständig, besonders wenn man ständig unterbrochen wird.“
Er präzisierte, dass OpenAI bei einer „sehr hohen“ Gewinnbegrenzung de facto zu einem gewinnorientierten Unternehmen werde. OpenAIs Anwälte bestreiten jedoch, dass jemals eine dauerhafte Nonprofit-Struktur versprochen wurde. Sie werfen Musk vor, mit der Klage das Wachstum von OpenAI gezielt zu behindern und gleichzeitig sein eigenes KI-Unternehmen xAI zu fördern, das 2023 als Konkurrent gegründet wurde.
Richterin blockt Diskussion über KI-Risiken ab
Richterin Yvonne Gonzalez Rogers unterband eine Debatte über die potenziellen Gefahren der künstlichen Intelligenz für die Menschheit. „Dies ist kein Prozess über die Sicherheitsrisiken von KI oder deren Auswirkungen auf die Menschheit“, betonte sie. Sie warnte davor, das Verfahren mit Themen zu überfrachten, die nicht Gegenstand der Klage seien. Dennoch verwies sie auf mögliche zukünftige Verfahren, die sich explizit mit diesen Fragen befassen könnten.
In einer ungewöhnlichen Wendung kritisierte die Richterin auch Musks eigenes KI-Engagement: „Die Menschen wollen die Zukunft der Menschheit nicht in die Hände von Herrn Musk legen.“ Sie bezog sich dabei auf Musks Unternehmen xAI, das 2023 gegründet wurde.
Musk verteidigt seine for-profit-Strategie
Während der Befragung räumte Musk ein, dass alle seine Unternehmen – Tesla, SpaceX, Neuralink und X – gewinnorientiert arbeiten. Gleichzeitig betonte er deren gesellschaftlichen Nutzen. Auf die Frage, warum er selbst kein Nonprofit-Unternehmen gegründet habe, blieb Musk eine klare Antwort schuldig. Der Prozess, der vor einem Bundesgericht in Oakland, Kalifornien, stattfindet, soll bis Ende Mai andauern. Es ist unklar, ob Musk erneut als Zeuge aussagen muss.
Hintergrund: Die umstrittene Umwandlung von OpenAI
- 2015: Gründung von OpenAI als gemeinnützige Forschungsorganisation, maßgeblich finanziert von Elon Musk.
- 2019: Umwandlung in eine „capped-profit“-Struktur, um Investoren anzuziehen.
- 2023: Einführung von ChatGPT und rasantes Wachstum, das OpenAI zu einem der wertvollsten Tech-Unternehmen macht.
- 2024: Musk verklagt OpenAI und wirft dem Unternehmen vor, seine ursprünglichen Ziele verraten zu haben.
„Dieser Prozess könnte weitreichende Konsequenzen für die Zukunft der künstlichen Intelligenz haben – nicht nur für OpenAI, sondern für die gesamte Branche.“