Die US-amerikanische Food and Drug Administration (FDA) hat einen Vorschlag veröffentlicht, die Wirkstoffe der derzeit stark nachgefragten Diabetes- und Abnehmmedikamente von der Liste der Substanzen auszuschließen, die für die Herstellung bestimmter Compounding-Präparate verwendet werden dürfen.
Die Behörde begründet diesen Schritt mit dem Fehlen eines „klinischen Bedarfs“, große Compounding-Einrichtungen – sogenannte 503B-Facilities – in die Lage zu versetzen, große Mengen an Medikamenten aus Wirkstoffen wie Semaglutid oder Tirzepatide herzustellen. Semaglutid ist der Wirkstoff in Novo Nordisks Abnehmmedikament Wegovy und dem Diabetes-Präparat Ozempic. Tirzepatid hingegen kommt in Eli Lillys Diabetes-Medikament Mounjaro und dem Abnehmmittel Zepbound zum Einsatz.
Die Entscheidung zielt speziell auf diese Compounding-Betriebe ab, deren Rolle bei der Bereitstellung von Abnehmmedikamenten in den letzten Jahren zunehmend in die Kritik geraten ist. In ihrer Begründung führt die FDA an, dass diese Einrichtungen die gesetzlichen Anforderungen für die Vermarktung ihrer Produkte nicht mehr erfüllen.
Die Maßnahme gilt als Erfolg für die Pharmaunternehmen Novo Nordisk und Eli Lilly, stellt jedoch viele Verbraucher vor neue Herausforderungen. Patienten, die auf diese Compounding-Präparate angewiesen waren, müssen sich nun nach alternativen Bezugsquellen umsehen.